Sparen im Spitalsgewand

Einserkastl1. November 2016, 17:55
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KAV setzt für etliche seiner Spitäler eine Bekleidungsnovelle um

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV; 30.000 Mitarbeiter) hat laut Rechnungshof-Rohbericht 2012 bis 2015 rund 48 Millionen Euro für Berater ausgegeben, sein Chef verdient 24.000 Euro im Monat.

Das ist zwar viel, aber im KAV gibt es auch viel zu tun: Er hat u. a. das "Wiener Spitalskonzept 2030" ertüftelt, das "optimale Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter der Gemeindespitäler" verheißt. Derzeit fühlen sich die Spitalsärzte mit der Arbeitszeit zwar nicht so wohl, aber das heilt wieder.

Überhaupt jetzt, da der KAV für etliche seiner Spitäler eine Bekleidungsnovelle umsetzt und von "Bereichskleidung" auf "Automatendienstbekleidung" umstellt. Künftig fasst jeder zu Dienstbeginn zwei Garnituren aus: "Mantel, unisex weiß", "Bereichskleidung Hose, Hospital blue" plus spitalsblaues Oberteil. Abzuholen und einzutauschen am Automaten, zurückzugeben "nur bei den dafür vorgesehenen Rückgabeeinheiten". Reservekleidung auf den (Intensiv-)Stationen? Gibt es nicht. Vorteil laut KAV: weniger Größen (aha!), weniger Wäsche, billiger.

Im auf 66 Gebäude und 20 Hektar verteilten Wilhelminenspital freut man sich schon auf Einsparungen von rund 80.000 Euro pro Jahr. Drei Wäscheautomaten wird's geben, Umkleidekabinen sind dort zwar nicht vorhanden, aber dafür sputen sich die Leutchen vielleicht beim öffentlichen Umziehen am Automaten.

Und bringen so die Wegzeit zu ihrer Station wieder rein. (Renate Graber, 1.11.2016)

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