Nach 85 Tagen: Inter Mailand trennt sich von Trainer de Boer

1. November 2016, 16:33
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Arbeitsnachweis nach elf Spielen: 14 Punkte. Nachfolger schon in den Startlöchern

Mailand – Die Verweildauer der Trainer bei Inter Mailand sinkt weiter: für Frank de Boer war nach 85 Tagen Schluss bei Schwarz-Blau. Der niederländische Coach wurde nach den bisher enttäuschenden Ergebnissen des Teams entlassen.

Acht Coaches wurden allein in den vergangenen sechs Jahren auf der Bank des 18-maligen italienischen Meisters bereits verschlissen. De Boer, davor jahrelang bei Ajax Amsterdam erfolgreich am Ruder, hatte den Posten erst Anfang August übernommen. Übergangsweise wird Stefano Vecchi, Nachwuchstrainer bei Inter, das Team betreuen.

Eine zumindest etwas langfristigere Besetzung dürfte aber bereits bereitstehen, laut Informationen der Gazzetta dello Sport wird der ehemalige Lazio-Coach Stefano Pioli (51) übernehmen. De Boer soll noch bis Ende der Saison ein Gehalt beziehen und anschließend eine Abfindung in Höhe von 1,3 Millionen Euro erhalten.

Er hatte mit großen Ambitionen zwei Wochen vor dem Saisonstart die Nachfolge von Roberto Mancini angetreten. Inter, Champions-League-Sieger von 2010, wollte eigentlich endlich wieder um den Titel mitkämpfen und Juventus Turin Paroli bieten. Aber nach nur vier Siegen in elf Partien müssen die Tifosi der Nerazzurri die Hoffnung darauf bereits wieder aufgeben. Mit nur 14 Punkten aus elf Spielen belegt Inter in der Serie A derzeit den elften Platz.

Letztlich ausschlaggebend für die Trennung war schließlich die 0:1-Pleite am Sonntag bei Sampdoria Genua, nach der De Boer noch erklärt hatte: "Ich fühle mich gut hier, ich glaube fest, dass ich die Situation verändern kann. Noch ist alles möglich. Die Probleme liegen im mentalen Bereich, denn wir verfügen über genügend Qualität."

Nun soll der nächste Kandidat die Wende herbeiführen. Pioli trainierte Lazio zwischen 2014 und April 2016 und soll einen Vertrag bis Juni 2018 unterzeichnen. Das chinesische Elektronik-Unternehmen Suning, das im Juni für einen Mehrheitsanteil von 70 Prozent am Klub 270 Millionen Euro gezahlt hatte, erwartet Resultate. (sid, red 1.11.2016)

  • Hätte vielleicht auf dem Rasen mehr auf sich selbst setzen sollen: Frank de Boer.
    foto: reuters/cerny

    Hätte vielleicht auf dem Rasen mehr auf sich selbst setzen sollen: Frank de Boer.

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