"Nicht besonders nützlich": Apples Designchef gegen Mac mit Touchscreen

1. November 2016, 13:52
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Neue Touchbar am Macbook Pro soll laut Jony Ive "das Beste beider Welten" bieten

Bei teureren Windows-Laptops sind Touchscreens mittlerweile fest etabliert. Und selbst im Bereich unter 1.000 Euro finden sich zahlreiche Geräte, die sich auch mit dem Finger direkt über das Display bedienen lassen. Während sie beim iPhone und iPad natürlich unverzichtbarer Bestandteil sind, hat sich Apple bislang geweigert, berührungsempfindliche Displays in seine All-in-One-Rechner und Laptops zu integrieren. Neue Macbook Pro-Modelle bieten stattdessen einen länglichen Touchstreifen mit variablen Funktionen anstelle der Funktionstasten.

Auskunft über diese Strategie gibt nun Jony Ive gegenüber CNet. Ive ist schon lange Designchef bei Apple und gehört mittlerweile zu den mächtigsten Managern des Konzerns. Er ist für wesentliche Gestaltungspunkte der Geräte und Betriebssysteme verantwortlich.

Apple schon lange gegen Touchscreens auf Macs

Die Entscheidung, Macs und Macbooks keinen Touchscreen zu spendieren, ist laut Ive bereits vor "vielen, vielen Jahren" gefallen. Damals habe man mit dem Potenzial dieser Eingabemethode experimentiert und sei zu dem Schluss gekommen, dass die Mac-Reihe davon nicht profitieren würde. Es gebe keinen wirklich passenden Verwendungszweck, ein Touchdisplay würde sich auf den Geräten "nicht besonders nützlich" erweisen.

Allerdings habe man die Idee nicht komplett verworfen, sondern habe nach einem Konzept gesucht, dessen Integration mehr Sinn ergeben würde. Gelandet sei man schließlich bei der Touchbar, die "das beste beider Welten" bieten solle. Man habe festgestellt, dass man sich bei der Verwendung normaler Tastaturen mehrere Bedienmuster angeeignet habe, die jedoch viel komplexer seien, als notwendig.

Zwei Jahre Feinarbeit

Aus dieser Idee heraus – es zu vermeiden, sich für diverse Programme unterschiedlichste Shortcuts aus verschiedenen Tasten merken zu müssen – habe man schließlich den längliche Touchstreifen entwickelt. Dies sei gar nicht so einfach gewesen, da man einen sehr weit entwickelten Prototypen umsetzen musste, um herausfinden zu können, ob die Idee sich wirklich bewähren könne.

Die erste interne Umsetzung der heutigen Touchbar habe man vor etwa zwei Jahren fertig gestellt. Seitdem habe man an der Integration und Verbesserung gearbeitet. Die Leiste, die im Grunde eine kleine Apple Watch mit eigenem Prozessor ist, wurde in ersten Hands-on-Berichten positiv aufgenommen.

  • Einen Touchscreen will Apple seinen Macs nicht spendieren, als Alternative hat man dem Macbook Pro nun die Touchbar spendiert.
    foto: apa/afp/getty images/stephen lam

    Einen Touchscreen will Apple seinen Macs nicht spendieren, als Alternative hat man dem Macbook Pro nun die Touchbar spendiert.

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