TV-Chef tritt wegen Budgetstreits über Song Contest 2017 zurück

1. November 2016, 13:19
8 Postings

"Regierung, meinst du das ernst?": Drittel des Senderbudgets für das Wettsingen in Kiew reserviert

Kiew/Wien – Vor dem Eurovision Song Contest (ESC) 2017 in Kiew hat der Chef des ukrainischen Staatsfernsehens, Surab Alassanija, seinen Rücktritt eingereicht. Nach Abzug der Kosten für den ESC bleibe zu wenig Geld für andere Projekte, sagte er am Dienstag. "Regierung, meinst du das ernst?", schrieb der 51-Jährige in seiner Rücktrittserklärung.

Die Regierung hatte zuvor umgerechnet 16 der 43 Mio. Euro des Senderbudgets für den ESC reserviert. Die Stadt Kiew sagte weitere 7,1 Mio. Euro für die Infrastruktur zu.

"Die Situation ist ernst"

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko forderte das Kabinett auf, schnell einen Nachfolger zu finden. "Die Situation ist ernst", sagte der Ex-Boxweltmeister. Die Fernsehanstalt übernehme einen großen Teil der Vorbereitungen. Die Ukraine hatte das europaweite Musik- und TV-Ereignis bereits 2005 organisiert. Das Austragungsrecht ging nach dem Sieg der Sängerin Jamala im Mai in Stockholm erneut an die Ex-Sowjetrepublik.

Der Journalist Alassanija war nach dem Machtwechsel 2014 zum Generaldirektor des Staatsfernsehens ernannt worden. Mithilfe unter anderem der Deutschen Welle soll ein öffentlich-rechtliches Fernsehen nach dem Vorbild etwa von ARD und BBC geschaffen werden. Derzeit dominieren Privatsender mit Verbindungen zu Oligarchen den TV-Markt in der Ukraine. (APA, 1.11.2016)

  • Artikelbild
    foto: esc
Share if you care.