Reiseblogger: "Wir verkörpern den Kitesurfer-Lifestyle"

Video31. Oktober 2016, 19:33
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Die Blogger Melanie und Jürgen Schlotze betreiben einen Kitesurfer-Blog und verraten, wie man den eigenen Content erfolgreich vermarktet

Als sich die Tirolerin Melanie und der Salzburger Jürgen vor acht Jahren kennenlernten, war nicht abzusehen, dass sie einige Jahre später einen erfolgreichen Blog führen würden. Und schon gar nicht, dass es sich bei diesem Blog um Kitesurfen handeln würde. "Ich fing gerade nach meinem Studium der Unternehmensführung in einem Hotel zu arbeiten an. In diesem war Jürgen der Hoteldirektor, und zwischen uns hat es ziemlich schnell gefunkt. Von Kitesurfen hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht viel Ahnung", erinnert sich Melanie (32). "Ich hatte zwar im Jahr 2004 Kitesurfen ausprobiert, habe es aber dann jahrelang nicht mehr gemacht. Erst als ich mit Melanie zusammenkam, fing ich langsam wieder an zu kiten," erzählt Jürgen (37).

Mühsamer Beginn

Die Idee, einen Blog zu starten, kam auf Umwegen: "Wir verreisen ein- bis zweimal im Monat. Meistens nur Kurzurlaube übers Wochenende. Dadurch sind wir in den letzten Jahren schon an sehr vielen Kitesurf-Plätzen gewesen, und unsere Freunde haben uns immer nach Tipps gefragt. Irgendwann dachten wir uns, unsere Erfahrungen könnten auch andere interessieren, also haben wir uns entschlossen, einen Blog zu starten."

Gesagt, getan. Im Jahr 2014 gründeten sie ihren Kitesurf- und Reiseblog "lifetravellerz.com", in welchem sie über Kitesurf-Plätze und touristische wie kulinarische Highlights in der Umgebung schreiben. "Anfänglich war es ziemlich hart, weil uns nur wenige Leute gelesen haben, aber wir blieben dran", so Melanie. Statt zu verzagen, schrieben sie weiterhin regelmäßig über ihre Erlebnisse, und nach knapp einem Jahr stieg langsam die Zahl der Leser.

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"Es ist ein tolles Gefühl, wenn sich Leute für den eigenen Blog interessieren," sagt Jürgen. Ein Mitgrund, wieso die Leserzahlen stiegen, war auch ihrer Kenntnis im Bereich des Onlinemarketings und der Suchmaschinenoptimierung geschuldet: "Wir beide arbeiten mittlerweile im Onlinemarketing und bilden uns in diesem Bereich ständig fort, und dadurch wissen wir auch, wie ein Blog zu führen ist, damit er von den Lesern gefunden wird," so Melanie.

Mehr Kanäle, mehr Arbeitsaufwand

Jungen Bloggern, die beabsichtigen, mit ihrem Blog eines Tages Geld zu erwirtschaften, raten die beiden, sich im Internet oder in Bibliotheken im Bereich des Onlinemarketings fortzubilden: "Es gibt sehr viele informative Foren, beispielsweise zum Thema Suchmaschinenoptimierung, Man kann sie leicht über Google finden. Dort erhält man alle wichtigen Antworten," verrät Melanie.

Ein weiterer Tipp, den sie allen Bloggern ans Herz legen, ist, dass man sich bewusst die Social-Media-Kanäle aussuchen sollte: "Jeder Kanal bedeutet Zeit- und Arbeitsaufwand. Die unterschiedlichen Kanäle, wie etwa Facebook, Twitter oder Instagram, erfordern zudem unterschiedlichen Content – auch damit sollte sich jeder auseinandersetzen. Mehr Kanäle machen nur dann Sinn, wenn man Zeit hat, diese auch zu pflegen. Außerdem sollen die Kanäle die Zielgruppe ansprechen. Bei uns macht beispielsweise Snapchat wenig Sinn," sagt Jürgen.

Derzeit nur "Taschengeld"

Mittlerweile investieren beide knapp 20 Stunden pro Woche in die Verwaltung ihres Blogs und der Social-Media-Kanäle. Der hohe Arbeitsaufwand zahlt sich langsam für sie aus. "Wir verdienen nicht viel mit dem Blog. Es ist derzeit noch eher eine Art Taschengeld", sagt Melanie.

Als Blogger kann man auf verschiedenen Wegen Geld verdienen. Eine Möglichkeit seien beispielsweise "Amazon-Affiliate-Links", erklären die beiden Blogger. "Falls jemand dann auf Amazon ein Produkt, welches wir auf unserer Seite verlinkt haben, kauft, erhalten wir eine kleine Provision", erörtert Jürgen diese Einkommensmöglichkeit. Mittlerweile sind aber auch Firmen bereit, Blogger zu sponsern. Diese könnten auf sogenannten Blogger-Speed-Datings kennengelernt werden, verraten die Kitesurf-Blogger. Im Reisebereich gebe es zusätzlich die Möglichkeit, dass einem von manchen Destinationen die Übernachtungen oder von Reiseagenturen die Fahrtkosten bezahlt würden.

Dennoch möchten die beiden Blogger betonen, dass mit den Reisekosten nicht ihre Meinungen und Urteile mitgekauft würden: "Auch wenn wir beispielsweise eine Reise bezahlt bekommen, bleiben wir ehrlich und kritisieren das, was uns nicht gefällt, in unserem Blog. Ich glaube, das schätzen unsere Leser auch an uns," sagt Melanie.

12.000 Leser im Monat

Obwohl Österreichs Kitesurfer-Szene sehr übersichtlich ist, hat ihr Blog monatlich knapp 12.000 Leser. Das liegt auch daran, dass sie in ihrem Blog mehr als nur über Kitesurfen berichten. "Einen Kitesurfer interessieren natürlich die Plätze, aber auch das Drumherum. Wo kann man gut essen gehen, wo gibt es eine gute Übernachtungsmöglichkeit, welche touristischen Attraktionen gibt es in der Umgebung und so weiter", sagt Jürgen und fährt fort: "All das versuchen wir in unserem Blog abzudecken. Wir verkörpern den Kitesurfer-Lifestyle mit allem, was dazugehört – das honorieren unsere Leser."

Noch kann das Ehepaar Schlotze von dem Blog nicht leben beziehungsweise sein Leben noch nicht zur Gänze dem Kitesurfen und dem Bloggen darüber widmen, aber Melanie und Jürgen scheinen auf einem guten Weg zu sein. "Unsere Leserzahlen steigen, auch auf den Social-Media-Plattformen haben wir immer mehr Follower. Dadurch werden wir auch für Unternehmen immer interessanter. Vielleicht klappt es ja bald, und wir können uns dann gänzlich dem Kitesurfen widmen," zeigen sich Melanie und Jürgen hoffnungsvoll, es eines Tages zu schaffen, von ihren Traum zu leben. (Siniša Puktalović, 31.10.2016)

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