Vettel im Clinch mit Red Bull

31. Oktober 2016, 13:12
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Ferrari-Star erntet wegen seiner Schimpftirade gegen Verstappen Kritik – Lauda sauer auf Verstappen: "Ein Wiederholungstäter" – Rosberg: "Red-Bull-Kamikaze"

Mexiko-Stadt – Selbst lange nach seiner Schimpftirade gegen den ungestümen Max Verstappen und die Formel-1-Rennleitung dürfte sich Sebastian Vettel nicht beruhigt haben. Der Ferrari-Star stritt sich beim Mexiko-Grand-Prix zunächst mit seinem Ex-Team Red Bull und musste sich dann auch noch eine nachträgliche Bestrafung gefallen lassen, wodurch er nur Fünfter wurde.

Damit wurde es nichts aus Platz drei, den Vettel zunächst unmittelbar nach Rennende durch eine Bestrafung Verstappens geerbt hatte. "Wir hätten dieses Podium völlig verdient gehabt, es wurde uns jedoch von der Bürokratie genommen", schimpfte Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene, der die Sanktionierung seines Piloten als "zu streng und irgendwie ungerecht" bezeichnete.

Drei Stunden Podestgefühl

Vettel brachte ein Abwehrmanöver Verstappens in der viertletzten Runde in Rage. Der 19-Jährige musste nach einem Verbremser über den Grünstreifen fahren, ließ den über Boxenfunk schimpfenden Kontrahenten aber nicht gewähren und verteidigte seinen dritten Platz. Die Rennkommissare brummten ihm nach der Zieldurchfahrt fünf Sekunden Strafe auf, wodurch Vettel vermeintlich Position drei innehatte. Verstappen wurde aus dem Vorbereitungsraum vor der Siegerzeremonie geholt, Vettel durfte zumindest für drei Stunden wieder das Podestgefühl kosten.

Red Bull allerdings beschwerte sich, dass Vettel durch einen unerlaubten Spurwechsel während des Bremsens Daniel Ricciardo zum Ausweichen genötigt habe. Das Resultat: Auch Vettel wurde mit einer Zeitstrafe belegt und verlor Rang drei wieder.

"So wünscht man sich keinen Rennausgang, dass man über die Linie fährt und einen Hals hat, dass einem der Kragen platzt", hatte Vettel vor seiner Sanktionierung gesagt. Er sei offensichtlich sehr "arrabbiato", also grantig, gewesen. "Ich denke, ich habe getan, was ich tun musste, und habe Max in einen Fehler gedrängt. Er wurde dann angewiesen, die Position zurückzugeben, hat sich aber nicht bewegt."

Der konfliktfreudige Verstappen stichelte gegen Vettel. "Er hat vor niemandem Respekt, er ist im Moment ein frustrierter Typ. Er sollte zurück in den Kindergarten", sagte der Niederländer, der mit seinem Fahrstil Auslöser des zum USA-GP eingeführten Spurwechselverbot in der Bremszone war. Auch Vettels früherer Förderer, Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko, kritisierte den Deutschen. "Seine Wortwahl war alles andere als erstklassig", meinte der 73-jährige Steirer. Überhaupt sei die Situation "eines vierfachen Champions nicht würdig".

Lauda-Kritik an Verstappen: "Inakzeptabel"

Verstappen indes sorgte auch mit einer Kollision mit Nico Rosberg gleich in der ersten Runde für Verstimmung. Rosberg sprach von "Red-Bull-Kamikaze" und "ein bisschen Harakiri". Teamaufsichtsrat Niki Lauda zürnte: "Verstappen rammt den Nico beim Start von der Strecke, das hätte ihn die ganze WM kosten können. Diese Aktion ist für mich inakzeptabel. Irgendwann muss das mal in seinen Kopf rein, er ist ein Wiederholungstäter."

Lauda empfahl Verstappen, sich schnellstens zu mäßigen. "Wenn er nicht so aggressiv fahren würde, würde er sich wesentlich schneller entwickeln. Er muss aufhören, so großkopfert Autorennen zu fahren. Die Wut der anderen Fahrer wird immer größer, irgendwann werden sie dem eine geben." (APA, dpa, 31.10.2016)

  • Eindeutig zu früh gefreut hat sich Sebastian Vettel.
    foto: apa/afp/pedro pardo

    Eindeutig zu früh gefreut hat sich Sebastian Vettel.

  • Max Verstappen (links) freute sich mehr oder weniger mit dem drittplatzierten Teamkollegen Daniel Ricciardo. Über Vettel sagte er: "Er ist im Moment ein frustrierter Typ. Er sollte zurück in den Kindergarten."
    foto: apa/afp/getty images/mark thomps

    Max Verstappen (links) freute sich mehr oder weniger mit dem drittplatzierten Teamkollegen Daniel Ricciardo. Über Vettel sagte er: "Er ist im Moment ein frustrierter Typ. Er sollte zurück in den Kindergarten."

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