Wenn man in Österreich ein Projekt startet

Blog1. November 2016, 12:00
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Fröhliches Unternehmertum in Österreich

Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal die Kleinverlagsmesse "BuchQuartier" veranstaltet habe, hatte ich vorab ein Mail an ein paar Verlage ausgeschickt um abzuklären, ob Interesse an solch einer Veranstaltung in Wien besteht. Zu meiner Überraschung gab es daraufhin eine gar nicht kleine Anzahl wütender Mails und Anrufe, in denen Verleger sich beschwerten, dass ich diese Veranstaltung machen will. Das hat mich ziemlich gewundert, da diese Buchmesse (übrigens bis heute) ohne einen Cent Subvention auskommt und das Risiko von Anfang an also bei mir beziehungsweise meinem Unternehmen gelegen ist.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein 30-minütiges Telefonat mit einem Verleger, dessen Verlagsname eine beliebte heimische Obstsorte ist und der rastlos ein Argument nach dem anderen aufzählte, warum diese Buchmesse nicht funktionieren wird. Er war dabei voll und ganz in seinem Element und redete sich immer weiter in Rage. Ich habe nach ein paar Minuten nur mehr "Mhm, mhm" gesagt und nebenbei weitergearbeitet und mir gedacht, er sollte die Energie besser verwenden um seine Bücher an die Leserschaft zu bringen. Zum Schluss wollte er mit mir noch auf ein Bier gehen, um weiter "fachzusimpeln". Naja. (Clemens Ettenauer, 1.11.2016)

Clemens Ettenauer ist Verleger, Galerist, Buchhändler und betreibt die Facebook-Seite "Wien in leiwanden Grafiken", für die er sich gemeinsam mit Kollegen Tortendiagramme und andere Grafiken über seine Heimatstadt ausdenkt. Die Grafiken gibt es auch als Buch im Holzbaum-Verlag und jetzt auch einen zweiten Band "Wien in ur leiwanden Grafiken".

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