Linda Achberger: Zwischen Auflehnen und Anlehnen

31. Oktober 2016, 13:02
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Es geht um Aufklärung, Auflehnung und Selbstinszenierung: Ein Monolog der Autorin Linda Achberger erlebt kommenden Donnerstag (3. November) im Theater Kosmos seine Uraufführung

Bregenz – " ... und dann zack, von einem Tag auf den anderen eine Stunde früher dunkel. Sommer- und Winterzeit, so ein Blödsinn, wer hat sich denn das auch wieder ausgedacht?", heißt es im neuesten Stück der Schriftstellerin Linda Achberger – und weiter: "Vom Stromsparen werden wir auch nicht glücklich."

Wenn dieses Kurzdrama mit dem ziemlich langen Titel Wir brauchen doch keine Bienen, um uns zu bestäuben der Vorarlberger Autorin nun am 3. November im Theater Kosmos zur Premiere ansteht, wird man sich auf die neuen Zeitverhältnisse wohl schon eingestellt haben.

Die Follower

Neue Verhältnisse beschäftigen auch die junge Frau, die unterwegs vom Konzipieren eines Videos für ihren "Channel" erzählt. Zeugnis ablegen möchte sie vor ihren "Follower_innen": Zwei Uniformierte haben den unbeflaggten Balkon einer Freundin moniert, auf deren Nein zur Fahne wurden die Namen beider Frauen notiert. Am Zug scheinen Machthaber, welche Bürger zum Patriotismus anhalten. Obsolete Fehleinschätzung: "Und das bisschen Vaterland und Lieben, dachte ich, wird schon nicht so schlimm werden."

Achberger gestaltet die Aktivität der auf Kassandra Bezug nehmenden Juliane zwischen dem Willen zu Aufklärung und der Auflehnung einerseits – Selbstinszenierung und Anlehnungsbedürfnis andererseits.

Die Autorin

Die Autorin war bei Kosmodrom, der Nachwuchsschiene des Theater Kosmos, bereits 2014 vertreten. An sich setzt Kurator Stephan Kasimir nicht nur bei den Texten, sondern auch bei deren Realisierung auf zu fördernde Köpfe und Hände. Die Verantwortung für die kommende Uraufführung allerdings legt er dezidiert einem Team starker Profis in die Hände.

Es spielt Maria Fliri, sie ist Mitbegründerin der Theatergruppe dieheroldfliri. In Vorarlberg war sie zuletzt bei der ersten Produktion des Ensembles für unpopuläre Freizeitgestaltung in einem Stück von Wolfram Lotz zu erleben; bei den Bregenzer Festspielen spielte sie in früheren Jahren Shakespeare unter Christian Himmelbauer.

Dieser inszeniert nun erstmals fürs Kosmodrom und arbeitet dabei mit Manuela Müller zusammen, die etwa Bühne und Kostüme für Himmelbauers Raimund- und Horvath-Deutungen am Theater im Hof geschaffen hat. (Petra Nachbaur, 31.10.2016)

  • Hier Linda Achbergers erster Kosmodrom-Beitrag "Was wir wirklich wollten", nun folgt am 3. 11. "Wir brauchen doch keine Bienen, um uns zu bestäuben".
    foto: caro stark

    Hier Linda Achbergers erster Kosmodrom-Beitrag "Was wir wirklich wollten", nun folgt am 3. 11. "Wir brauchen doch keine Bienen, um uns zu bestäuben".

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