Rückerstattung: Apple "verwechselte" Kunden mit Saddam Hussein

31. Oktober 2016, 12:34
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Brite erhielt E-Mail Aufforderung zu entsprechendem Identitätsnachweis nach Rückgabe eines iPhone 7

Die Rückgabe des für seine Schwester gekauften iPhone 7 hatte sich Sharakat Hussein wohl anders vorgestellt. Der 26-jährige Brite hatte das Smartphone, das er um 799 Pfund erworben hatte, in einen Apple-Store gebracht und um eine Rückzahlung ersucht. Diese wurde ihm auch zugesagt.

E-Mail statt Erstattung

Mehrere Wochen später konnte er aber immer noch keine Erstattung auf seinem Konto verbuchen, berichtet der Independent. Stattdessen flatterte eine E-Mail in sein Postfach. In dieser wurde er aufgefordert, nachzuweisen, dass er nicht der ehemalige irakische Diktator Saddam Hussein sei. Andernfalls könne ihm keine Rückzahlung gewährt werden.

"Ich dachte, es wäre eine Spam-Mail", erklärte Sharakat Hussein gegenüber der Sun, zumal sein irakischer Namensvetter vor zehn Jahren hingerichtet worden war. Er sei sehr verärgert darüber gewesen, dass man ihn mit dem Despoten in Verbindung gebracht hätte.

Menschliches Versagen

Schuld an der Misere war offenbar eine Panne bei der Übermittlung seiner Daten an behördliche Stellen. Per Gesetz müssen größere Rückerstattungen mit der "Denied Parties"-Liste der Regierung abgeglichen werden, auf welcher Personen stehen, mit denen unter anderem aufgrund internationaler Sanktionen kein Handel betrieben werden darf. Menschliches Versagen und sein Nachname haben dazu geführt, dass Sharakat Hussein plötzlich unter Diktator-Verdacht stand.

Apple hat sich mittlerweile für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. "Wir sind zwar verpflichtet, bei der Abwicklung einer Rückerstattung die Identität zu prüfen", heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dem Independent, "doch das Schreiben, das er [Sharakat Hussein] erhalten hat, war ein Fehler und hätte nicht versandt werden dürfen." Man will sich nun darum kümmern, dass der iPhone-Kaufpreis schnellstmöglich überwiesen wird. (red, 31.10.2016)

  • Menschliches Versagen beim Abgleich mit einer Behördenliste brachten einen iPhone-Käufer in Verdacht, Saddam Hussein zu sein.
    foto: reuters

    Menschliches Versagen beim Abgleich mit einer Behördenliste brachten einen iPhone-Käufer in Verdacht, Saddam Hussein zu sein.

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