ÖH will auch für Zahnmedizin-Studenten Aufwandsentschädigung

31. Oktober 2016, 11:20
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Gemeinsamer Forderungskatalog der medizinischen HochschülerInnenschaften (ÖH) der öffentlichen Unis

Wien – Nicht nur Studenten der Humanmedizin, auch angehende Zahnmediziner sollen für den praktischen Teil ihrer Ausbildung künftig eine finanzielle Entschädigung erhalten. Das haben Vertreter der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) der Medizin-Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und der Medizin-Fakultät der Uni Linz nach einem Treffen am Montag in einer Aussendung gefordert.

Für das 2014 eingeführte klinisch-praktische Jahr (KPJ), bei dem angehende Humanmediziner das gesamte letzte Ausbildungsjahr im Spital verbringen, gibt es – mit Ausnahme der Tirol-Kliniken – "an allen größeren Standorten und allen größeren Krankenhäusern irgendeine Aufwandsentschädigung, das hat sich mittlerweile ziemlich durchgesetzt", sagt Natascha Brigo von der ÖH der Medizin-Uni Innsbruck zur APA.

Obwohl die angehenden Zahnmediziner bei ihrem sogenannten "72-Wochen-Praktikum" vergleichbare Leistungen in einem ähnlichen Umfang erbringen würden wie die Humanmediziner beim KPJ, erhalten sie jedoch keine Entschädigung. "Das ist seltsam, weil die Studierenden immerhin etwas für die Kliniken erwirtschaften. Sie behandeln die Patienten ganz normal wie jeder Assistenzarzt und Oberarzt auch, das wird auch verrechnet." Zusätzlich zu den je nach Standort bis zu 40 Wochenstunden Arbeit im Spital müssten die Studierenden manchmal zusätzlich noch technische Aufgaben wie Prothesenerstellung übernehmen, sagt Brigo. Wer für seinen Lebensunterhalt auf einen Nebenjob angewiesen ist, müsse sich deshalb Jobs wie Nachportier oder im Schlaflabor suchen. "Es ist finanziell sehr schwierig, wenn nicht die Familie hinter dir steht."

Weitere Forderungen, auf die sich die ÖH-Vertreter der Medizin-Studenten geeinigt haben: Das Wissenschaftsministerium soll künftig die Gebühr von 110 Euro, die beim Medizin-Aufnahmetest verlangt wird, übernehmen. Außerdem sollen alle Medizinstudenten einen kostenlosen Impfschutz erhalten und der Wechsel zwischen den Medizin-Unis erleichtert werden, ohne allerdings die inhaltlichen Schwerpunkte der Standorte aufzuweichen.

(APA, 31.10.2016)

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