Forscher entdecken jene Moleküle, die Hausstauballergie auslösen

31. Oktober 2016, 11:37
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Primäre Ziele des Immunsystems von Kindern identifiziert, die allergische Rhinitis und Asthma entwickeln

Berlin/Wien – Es heißt gemeinhin Hausstauballergie, aber tatsächlich ist damit eine allergische Reaktion auf den Kot von Hausstaubmilben gemeint. Nun ist es deutschen Wissenschaftern gelungen, jene Moleküle der Hausstaubmilben zu identifizieren, die als primäre Ziele vom Immunsystem angegriffen werden, wenn Kinder eine allergische Rhinitis und Asthma entwickeln. Die Ergebnisse eröffnen neue Wege zu präziseren Therapien und zu einer erfolgreichen Vorhersage und Prävention dieser Erkrankung.

Die Forscher um Paolo Maria Matricardi von der Charité – Universitätsmedizin Berlin untersuchten gemeinsam mit Forschern der Medizinischen Universität Wien unter der Leitung von Rudolf Valenta die Daten und Blutproben von 722 in Deutschland lebenden Kindern, die als Teilnehmer der Multizentrischen Allergiestudie (MAS) seit ihrem Geburtstag im Jahr 1990 über 20 Jahre hinweg regelmäßig an Befragungen und Untersuchungen teilgenommen haben. Proteine der Hausstaubmilbe dienten in Kombination mit nanotechnologischen Methoden dazu, die Ursprünge und Entwicklung der Immunantwort von der Kindheit über die Jugend bis hin zum jungen Erwachsenen zu charakterisieren.

Die Wissenschafter entdeckten, dass bereits im Blut von Vorschulkindern Antikörper gegen drei Hausstaubmilbenmoleküle mit der Bezeichnung "Der p 1", "Der p 2" und "Der p 23" gemessen werden konnten, oftmals bevor sich die Erkrankung überhaupt klinisch zeigte. Bei einigen Kindern folgte eine sogenannte Sensibilisierungskaskade, die sich nach und nach gegen weitere Milbenmoleküle richtete und die als "molecular spreading" bezeichnet wird.

Risikosteigerung

Kinder, die Antikörper gegen eine Vielzahl von Molekülen bildeten, hatten ein höheres Risiko im Laufe ihres Lebens an allergischer Rhinitis und Asthma zu erkranken. Auf der anderen Seite entwickelten Kinder, die schon in sehr jungen Jahren erste Antikörper gebildet hatten und bei denen zudem ein oder beide Elternteile an Heuschnupfen litten, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Allergie. Hinzu kam, dass gesunde Vorschulkinder, die bereits Antikörper gegen die beiden Moleküle "Der p 1" oder "Der p 23" produzierten, häufiger Asthma im Schulalter entwickelten.

"Die Hausstaubmilbenallergie entwickelt sich in der Kindheit wie eine Lawine. Sie beginnt früh mit nur einem oder sehr wenigen Molekülen und umfasst im weiteren Verlauf ein immer breiteres Molekülspektrum", sagt Daniela Posa, Erstautorin der Publikation im Fachjournal "Journal of Allergy and Clinical Immunology". "Je breiter die Streuung der molekularen Sensibilisierung ist, desto höher ist das Risiko Asthma zu entwickeln", fügt sie hinzu. Die Wissenschafter sind davon überzeugt, dass diese Erkenntnisse neue Perspektiven in der Prävention und Therapie der durch Hausstaubmilben verursachten allergischen Rhinitis und des Asthmas eröffnen. (red, 31.10.2016)

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