Raumfahrer nach Erbgut-Entschlüsselung im All in Kasachstan gelandet

30. Oktober 2016, 13:48
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US-Amerikanerin, Japaner und Russe verbrachten 115 Tage im Weltraum

Moskau – Nach 115 Tagen im All sind drei Besatzungsmitglieder der Internationalen Raumstation (ISS) in einer modernisierten Sojus-Kapsel zur Erde zurückgekehrt. Die US-Astronautin Kathleen Rubins, der Japaner Takuya Onishi und der Russe Anatoli Iwanischin landeten am Sonntag wie geplant in der Steppe von Kasachstan in Zentralasien, teilte die Leitstelle in Moskau mit.

Die Molekularbiologin Rubins entschlüsselte erstmals auch im Weltall menschliches Erbgut. Zudem montierten die Kosmonauten einen Adapter, um neuen Raumschifftypen das Andocken an der ISS zu erleichtern. Für Rubins und Onishi war es der erste Einsatz, Iwanischin war bereits auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde. Die Sojus-MS (MS steht für Modernisiertes System) verfügt unter anderem über Computer der neuen Generation, die etwa das Lenken erleichtern, sowie über einen besseren Meteoritenschutz.

Etwa dreieinhalb Stunden nach dem Abdocken von der Raumstation ging die Sojus gegen 8.58 Uhr Ortszeit (4.58 Uhr MEZ) südöstlich der Stadt Scheskasgan zu Boden. Ein Bergungsteam half den Raumfahrern aus der drei Tonnen schweren, engen Kapsel und trug die Rückkehrer zu Klappsesseln. Ihre Muskeln sind nach fast vier Monaten in der Schwerelosigkeit geschwächt. In Decken gehüllt und mit Tee versorgt, winkte das Trio bei leichtem Frost in die Kameras.

Russland einziger ISS-Fluganbieter

Auf der ISS leisten nun noch die Russen Sergej Ryschikow und Andrej Borissenko sowie ihr US-Kollege Robert Shane Kimbrough Dienst. Am 19. November sollen eine Amerikanerin, ein Russe und ein Franzose zum Forschungslabor fliegen. Nach dem Aus der US-Space-Shuttles 2011 ist Russland das einzige Land, das bemannte Flüge zur ISS organisiert.

Zwischen Moskau und Paris spitzt sich unterdessen ein Konflikt um eingefrorene Konten zu. Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos wirft Frankreich vor, 300 Millionen Euro gesperrt zu haben – Grund ist ein internationaler Gerichtsstreit um den zerschlagenen Ölkonzern Yukos. Roskosmos droht nun damit, Lieferungen an Arianespace einzustellen. Mit Sojus-Raketen werden seit 2011 unter anderem Galileo-Satelliten vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gestartet. (APA, dpa, 30.10.2016)

foto: apa/afp/pool/dmitri lovetsky
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