Politaffäre in Südkorea: Vertraute der Präsidentin stellt sich Ermittlern

30. Oktober 2016, 09:28
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Choi Soon-sil wird der Korruption verdächtigt

Seoul – Eine der Korruption verdächtigte Vertraute der südkoreanischen Präsidentin Park Geun-hye will sich in ihrer Heimat den Fragen der Ermittler stellen.

Die 60-jährige Choi Soon-sil, die sich zuvor in Deutschland aufgehalten hatte, sei Sonntag früh (Ortszeit) freiwillig über London nach Südkorea zurückgekehrt, berichteten TV-Sender unter Berufung auf einen Staatsanwalt. Wann sie vernommen werden sollte, war zunächst unklar.

Am Tag zuvor hatten Demonstranten bei Anti-Regierungs-Protesten in Seoul den Rücktritt der Präsidentin gefordert. Park wird vorgeworfen, sie habe ihrer langjährigen Vertrauten ohne öffentliches Amt eine Einmischung in die Regierungsgeschäfte ermöglicht. Die Präsidentin hatte eingeräumt, während des Wahlkampfs und noch nach ihrem Amtsantritt 2013 die Hilfe ihrer Freundin in Anspruch genommen zu haben. Ihre reguläre Amtszeit endet im Februar 2018.

Langjährige Freundschaft

Die Beziehungen der beiden reichen Jahrzehnte zurück. Choi ist die Tochter von Choi Tae-min, eines früheren Sektenführers und Förderers von Park. Chois Vater wird auch großer Einfluss auf Parks Vater, den früheren Diktator Park Chung-hee, nachgesagt.

Die Vertraute der Präsidentin hatte vor wenigen Tagen im Interview einer südkoreanischen Zeitung Vorwürfe der Korruption zurückgewiesen. Sie soll ihre Beziehung zur Präsidentin auch dazu benutzt haben, um Spenden in Millionenhöhe für zwei private Stiftungen einzuwerben. (APA, dpa. 30.10.2016)

  • Demonstranten protestieren gegen die mutmaßliche Korruption von Südkoreas Präsidentin und ihrer Vertrauten.
    foto: apa/afp/jung yeon-je

    Demonstranten protestieren gegen die mutmaßliche Korruption von Südkoreas Präsidentin und ihrer Vertrauten.

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