Isländer strafen Regierung bei Parlamentswahl ab

30. Oktober 2016, 16:00
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Zustimmung zur Fortschrittspartei bricht ein – Piraten erhalten nicht so viele Stimmen wie erwartet – Keine klare Regierungskoalition erkennbar

Reykjavik – Die Isländer haben bei der Parlamentswahl am Sonntag die bisher stärkste Fortschrittspartei abgestraft. Die bisherige Regierungspartei erhielt nur noch 11,5 Prozent der Stimmen erhielt – halb so viel wie bei der vorherigen Wahl. Wahlsieger ist mit der Unabhängigkeitspartei der bisherige Juniorpartner in der Regierung, sie kam auf 29 Prozent der Stimmen. Parteichef Bjarni Benediktsson will nun versuchen, die Regierung zu stellen. Dabei sei eine Dreierkoalition denkbar. Offen ließ der bisherige Finanzminister, welche Parteien als Partner infrage kommen.

Mit 15 Prozent wurden die Piraten drittstärkste Kraft nach der links-grünen Bewegung. Damit blieben sie hinter den Werten zurück, die sie in Umfragen erreicht hatten. Königsmacher könnte nun die neu gegründete proeuropäische Reformpartei werden, die auf etwa zehn Prozent der Stimmen kam und sich noch nicht für ein Lager ausgesprochen hat.

Im April war Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson von der Fortschrittspartei zurückgetreten. Ihm wurden die Panama Papers zum Verhängnis, mit denen ein Geflecht von Briefkastenfirmen aufgedeckt wurde. Demnach betrieb Gunnlaugssons Frau eine derartige Firma, die Anteile an den 2008 zusammengebrochenen Banken des Landes hielt. Vor seinem Rücktritt war es zu Protesten auf der Insel gekommen. (APA, AFP, 30.10.2016)

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