Rapid kann gegen Admira doch noch gewinnen

29. Oktober 2016, 17:57
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Die Hütteldorfer feiern den ersehnten vollen Erfolg in der Südstadt. Szanto und Murg treffen, Mocinic sieht Gelb-Rot

Maria Enzersdorf – Rapid Wien hat seine Durststrecke in der Fußball-Bundesliga beendet. Nach vier Spielen ohne Sieg gewannen die Wiener am Samstag bei Admira Wacker mit 2:1 (2:0). Dabei setzten die Grün-Weißen, die nach der Gelb-Roten Karte für Ivan Mocinic (76. Minute) zu zehnt spielten, die Forderungen von Trainer Mike Büskens nach mehr Effizienz mustergültig um. Dennoch blieb es bis zum Ende spannend.

Für Rapid war es der erste Sieg in der Bundesliga seit 18. September. Die Gäste gingen durch Treffer von Tamas Szanto (16.) und Thomas Murg (29.) in der BSFZ-Arena mit einem 2:0-Vorsprung in die Pause. Christoph Knasmüllner (49.) hielt die Partie mit dem Anschlusstreffer nach Wiederbeginn aber offen. Die Niederösterreicher übernahmen daraufhin das Kommando, von Rapid war fast überhaupt nichts mehr zu sehen. Vor dem Tor fehlte der Admira aber die Durchschlagskraft.

Admira vergibt, Rapid nicht

Rapid startete wie im Cup-Spiel am Mittwoch gegen Blau-Weiß Linz mit einem 4-4-2-System, in dem Giorgi Kvilitaia und Matej Jelic erstmals in der Bundesliga von Beginn an stürmten. Die Anfangsphase gehörte aber den Hausherren, die in den ersten zehn Minuten zwei hochprozentige Chancen ausließen. Zunächst schoss Christoph Monschein (4.) aus kurzer Distanz Rapid-Torhüter Richard Strebinger an, dann fackelte der freistehende Maximilian Sax (7.) nach Toth-Assist nicht lange, jagte den Ball per Direktabnahme über das Tor.

Mit der ersten wirklich gefährlichen Aktion im Admira-Strafraum erzielte Szanto nach einer Viertelstunde die Führung. Louis Schaub traf nach unfreiwilliger Kopfball-Vorlage von Thomas Ebner die linke Stange, der 20-jährige Ungar staubte aus spitzem Winkel ab. Es war das dritte Saisontor von Szanto. Murg erhöhte nach schöner Einzelaktion, indem er Markus Wostry und Stefan Lackner aussteigen ließ und mit links flach ins rechte Eck traf. Auch der Steirer durfte sich über das dritte Tor in dieser Spielzeit freuen.

Die Chance auf das 3:0 ließ sich anschließend Jelic (32.) entgehen. Der Kroate wurde in der Halbzeitpause ausgewechselt, für ihn schickte Trainer Büskens mit Srdjan Grahovac einen defensiven Mittelfeldmann auf den Rasen. Defensive war auch angesagt, denn nach dem Treffer von Knasmüllner, dessen Schuss von der Strafraumgrenze von Rapid-Kapitän Maximilian Hofmann entscheidend abgefälscht wurde, nahm die Admira die gegnerische Hälfte in Beschlag. Konkrete Chancen blieben jedoch aus.

Mocinic muss runter

Elfmeter forderten die Admiraner nach einem Duell von Sax mit Grahovac in der 67. Minute, beiden lagen nachher am Boden. Schiedsrichter Andreas Kolleger hatte es jedenfalls anders gesehen. "Dank" Mocinic, der Sax zu Fall brachte, mussten die Rapidler allerdings ab der 76. Minute mit zehn Mann auskommen. Der Admira gelang es jedoch auch in Überzahl nicht, die Abwehr zu knacken.

Die beste Chance ließ sich in der 87. Minute der eingewechselte Patrick Schmidt entgehen: Beim Versuch, Strebinger zu überheben, rettete dieser Rapid mit einem Reflex die drei Punkte. In der Nachspielzeit vertändelte Joelinton, der für Kvilitaia ins Spiel gekommen war, noch alleine vor Admira-Goalie Andreas Leitner. (APA, 29.10.2016)

Fußball-Bundesliga (13. Runde):

FC Admira Wacker Mödling – SK Rapid Wien 1:2 (0:2). Maria Enzersdorf, BSFZ-Arena, 5.032, SR Kolleger.

Tore: 0:1 (16.) Szanto, 0:2 (29.) Murg, 1:2 (49.) Knasmüllner

Admira: Leitner – Zwierschitz, Lackner, Wostry, Pavic – Sax (84. Starkl), Ebner, Knasmüllner, Toth, Bajrami (62. Spiridonovic) – Monschein (75. Schmidt)

Rapid: Strebinger – Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Schrammel – Schaub, Murg, Mocinic, Szanto (61. Traustason) – Kvilitaia (69. Joelinton), Jelic (46. Grahovac)

Gelb-Rote Karte: Mocinic (76.)

Gelbe Karten: Toth, Pavic bzw. Jelic, Grahovac

Stimmen

Mike Büskens (Rapid-Trainer): "Ich war diese Saison schon zweimal zu Besuch bei der Admira und habe gesehen, dass sie gut Fußball spielen können. Das haben sie heute bestätigt. Für uns war es heute ein Arbeitssieg. Wir haben vor der Pause zur richtigen Zeit die zwei Tore gemacht. Leider hat (Stürmer Matej; Anm.) Jelic vor der Pause das 3:0 versäumt, dann wäre es für uns nach der Pause etwas ruhiger geworden. Wir waren nicht mehr so stabil, dann kam noch die Gelb-Rote Karte dazu. Aber die Jungs haben gut verteidigt, das war in Ordnung. Wir haben zuletzt viel besser Fußball gespielt als heute, aber wichtig war natürlich der Sieg."

Oliver Lederer (Admira-Trainer): "Zwei Dinge, die mangelnde Effizienz und das Verhalten bei beiden Gegentoren, waren entscheidend, dass es gegen Rapid heute nicht gereicht hat. Aber dennoch war unser Auftritt heute die beste Leistung, die wir in dieser Saison gezeigt haben. Sie haben viel besser gespielt in den vergangenen Spielen, und es ist selten so, dass man Rapid so unter Druck setzen kann wie wir heute. Heute haben wir wieder Fußball gespielt – das zeigt, dass wir es können. Aber als Verlierer wirkt die Sache natürlich nicht so gut."

Richard Strebinger (Rapid-Torhüter): "Es war nicht die beste Parte von uns, aber diese Spiele muss man gewinnen. Nur das zählt. Vorne ist uns nicht so viel gelungen, aber die drei Punkte sind wichtig."

Markus Lackner (Admira-Verteidiger): "Das Ergebnis ist extrem frustrierend und ärgerlich. Diese Partie dürfen wir nicht verlieren. Am Schluss sind wir nicht belohnt worden. Wir haben zwei blöde Tore kassiert und hatten genug Chancen."

  • Rapid ist glücklich, die Admira weniger.
    foto: apa/herbert p. oczeret

    Rapid ist glücklich, die Admira weniger.

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