Rotes Kreuz: Zu wenige Spenden für Nordkorea

29. Oktober 2016, 15:03
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Bisher seien nur ein Viertel der benötigten Hilfszahlungen eingegangen, heißt es. Nach Überschwemmungen sind zigtausende Nordkoreaner obdachlos

Pjöngjang/Peking – Nach schweren Überschwemmungen in Nordkorea beklagt das Rote Kreuz einen Mangel an Spenden für das kommunistische Land. Bisher sei nur etwa ein Viertel der benötigten 14 Millionen Euro eingegangen, teilte die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) am Samstag in Peking mit.

Ende August hatte der Taifun "Lionrock" schwere Schäden in Nordkorea angerichtet. Mehr als 130 Menschen starben nach Angaben der UN-Organisation für humanitäre Hilfe (Ocha). Etwa 330.000 mussten ihre Häuser verlassen. Etwa 70.000 Menschen seien noch immer obdachlos, so das IFRC. Es bestehe die Gefahr, dass sie den Winter nicht überlebten.

Das zögerliche Spendenverhalten mancher Regierungen sei vermutlich auf politische Gründe zurückzuführen, sagte IFRC-Sprecher Patrick Fuller. "Es ist auch schwierig, öffentliche Hilfsaufrufe zu starten, denn dafür braucht es ein Maß an öffentlichem Interesse und Unterstützung". Die Chancen stehen dafür stünden in Nordkorea schlecht, so Fuller.

Das verarmte, aber hochgerüstete Nordkorea ist seit Jahren als Folge von Naturkatastrophen und eigener Misswirtschaft auf Hilfe von außen angewiesen. Das Land hatte im September seinen fünften und bisher stärksten Atomtest unternommen. (APA/dpa, 29.10.2016)

  • Das Land von Staatschef Kim Jong-un leidet an den Nachwirkungen der Überschwemmungen. Das Rote Kreuz sammelt Spenden, noch fehlt der Organisation aber ein Großteil der benötigten Gelder.
    foto: ap / maye-e

    Das Land von Staatschef Kim Jong-un leidet an den Nachwirkungen der Überschwemmungen. Das Rote Kreuz sammelt Spenden, noch fehlt der Organisation aber ein Großteil der benötigten Gelder.

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