Hollande erkennt Verantwortung bei Nomaden-Verfolgung an

29. Oktober 2016, 13:46
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"All zu lange verdrängtes Drama"

Paris – Präsident Francois Hollande hat als erstes Staatsoberhaupt die Verantwortung Frankreichs bei der Verfolgung Tausender Nomaden während des Zweiten Weltkriegs anerkannt. Die französische Republik erinnere sich eines Dramas, das all zu lange verdrängt und vergessen worden sei, sagte Hollande am Samstag in Montreuil-Bellay.

Tausende von Männern, Frauen und Kindern seien interniert worden, nur weil sie anders gewesen seien und zum fahrenden Volk gehört hätten, erklärte Hollande in Gedenken an die Befreiung der letzten Nomaden vor 70 Jahren.

In Montreuil-Bellay in der Nähe der Loire-Stadt Saumur im Westen Frankreichs befand sich landesweit das größte Internierungslager. Insgesamt wurden in Frankreich 31 Lager für Nomaden eingerichtet, in denen von 1940 bis 1946 zwischen 6.000 und 6.500 Menschen untergebracht waren. Die letzten Nomaden wurden im Jahr 1946 befreit, knapp zwei Jahre nach Ende der deutschen Besatzung. (APA, 29.10.2016)

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