Tsonga ohne Satzverlust ins Wien-Halbfinale

28. Oktober 2016, 23:00
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Der Franzose, Sieger von 2011, trifft nun auf Ivo Karlovic, der den Russen Chantschanow niederrang – Schlager zwischen Ferrer und Murray in zweitem Halbfinale

Wien – Das erste Halbfinale bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle steht fest, und es lautet Jo-Wilfried Tsonga gegen Ivo Karlovic. Tsonga eliminierte den Bezwinger von Jürgen Melzer, Albert Ramos-Vinolas, mit 6:2, 7:6 (5). Er trifft nun auf den Kroaten Ivo Karlovic, der zuvor den russischen Newcomer Karen Chatschanow in drei Sätzen geschlagen hatte.

Titelverteidiger David Ferrer kämpfte sich nach Abwehr eines Matchballs bei 3:5 im dritten Satz weiter. Der als Nummer fünf gesetzte Spanier besiegte Viktor Troicki (SRB), am Donnerstag Sieger gegen Dominic Thiem, nach 2:33 Stunden mit 6:3,3:6,7:5 und trifft jetzt im Halbfinal-Schlager auf Andy Murray.

Der Schotte ließ den Aufschlag-Riesen John Isner (USA) vor mit 8.900 Zuschauern ausverkauften Haus, keine Chance. 6:1,6:3 nach nur 75 Minuten bedeuteten einen Kurzauftritt für den zweifachen Olympiasieger und dreifachen Major-Gewinner. Isner war allerdings von Blasen an der Schlaghand doch ziemlich gehandicapt, musste auch während des Spiels behandelt werden.

Verletzungsprobleme überwunden

"Ich bin wirklich zufrieden, ich habe einige starke Gegner geschlagen. Es macht Spaß auf dem Platz", freute sich Tsonga, der ohne Satzverlust in die Vorschlussrunde gekommen ist. Er hat damit auch die fünfte Begegnung mit dem Spanier für sich entschieden und sein drittes Saison-Semifinale nach Auckland und Monte Carlo erreicht. In ein Finale schaffte es der 31-jährige Franzose 2016 allerdings nicht, Schwierigkeiten mit Verletzungen waren ein Grund dafür

Zuletzt hatte der Wien-Sieger von 2011 wegen einer Verletzung im linken Knie auf die Turniere in Metz, Chengdu und Peking verzichten müssen. "Ich fühle mich viel besser. Ich habe meine Aufschlagbewegung geändert, und es hat mir sehr geholfen. Ich habe mich seit langer Zeit nicht mehr so gut auf dem Platz gefühlt", konstatierte Tsonga.

An seine theoretischen Chancen, sogar noch den Sprung nach London zu den ATP-Finals zu schaffen, denkt Tsonga "zero". "Ich müsste dieses und das nächste Turnier gewinnen, und habe noch nie zwei Turniere in Folge gewonnen."

Für den ganz großen Durchbruch hat es bei dem Publikumsliebling aus Frankreich noch nicht gereicht. Als er vor fünf Jahren in Wien gewonnen hat, hatte er große Pläne. Ob er mit seiner Entwicklung seither zufrieden ist? "Um ehrlich zu sein, nein. Vielleicht spiele ich deshalb auch noch immer. Ich strebe immer noch nach einem großen Titel, größere Sachen in meiner Karriere." Immer noch träumt der ehemalige Weltranglisten-Fünfte, vielleicht doch einmal einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen, aber "das ist immer noch ein weiter Weg".

Schon vor ihm hatte der als Nummer acht gesetzte Karlovic weit mehr Mühe gehabt, das Semifinale zu erreichen. Das erst 20-jährige Riesentalent aus Russland, Chatschanow, forderte den 37-jährigen 2,11-Meter-Mann. Karlovic benötigte 2:21 Stunden, ehe er sich mit 6:7 (5), 7:6 (5), 6:3 durchsetzte. Im Head-to-Head mit dem Weltranglisten-15. Tsonga führt Karlovic mit 2:1.

Finale für Marach

Im Doppelbewerb erreichten Oliver Marach und sein französischer Doppelpartner Fabrice Martin das Endspiel. Das Duo rang im Halbfinale die topgesetzte Paarung Jamie Murray/Bruno Soares (GBR/BRA) mit 1:6,6:3,11:9 nieder. Der Finalgegner am Sonntag (11.45 Uhr) wird erst am Samstag ermittelt. "Ich will dieses Turnier unbedingt gewinnen", sagte Marach. Es wäre sein insgesamt 16. ATP-Doppel-Titel. (APA, red, 28.10.2016)

  • Für Jo-Wilfried Tsonga läuft es am Wiener Vogelweideplatz bis dato nach Maß.
    foto: apa/hochmuth

    Für Jo-Wilfried Tsonga läuft es am Wiener Vogelweideplatz bis dato nach Maß.

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