US-Senatorin Warren weist Donald Trump in die Schranken

31. Oktober 2016, 08:00
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Die Juristin kämpft für eine progressive Wende

Elizabeth Warren ist bekannt dafür, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Die Politikerin und Juristin legt sich mit Wallstreet-Bankern an und attackiert politische GegnerInnen scharf – zuletzt Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Manchester im Bundesstaat New Hampshire trat Warren vergangenen Montag als Unterstützerin von Hillary Clinton auf und outete sich als "nasty woman" ("garstige Frau") – so hatte Trump seine Konkurrentin in der letzten der drei TV-Debatten bezeichnet.

"Donald Trump verachtet mehr als die Hälfte der Menschen in diesem Land. Ich habe Neuigkeiten für Sie, Donald Trump: Frauen haben die Nase voll von Typen wie Ihnen", lautete Warrens Kampfansage an den Republikaner. Bevor Hillary Clinton sich für Tim Kaine als Running Mate entschied, galt die demokratische Senatorin Warren als mögliche Vizepräsidentschaftskandidatin. Doch zwei Frauen an der Spitze könnten konservative und vor allem männliche Wähler verprellen, befürchteten ParteistrategInnen.

Aus einer Arbeiterfamilie an die Elite-Universität

Für den linken Flügel der Partei ist Warren indes Heldin und – trotz ihres fortgeschrittenen Alters – Zukunftshoffnung. Als sie 2008 den Vorsitz des Ausschusses zur Überwachung des staatlichen Bankenrettungsfonds übernahm, erlangte sie landesweite Berühmtheit und mutierte zum Feindbild der Wallstreet. Die Juristin spezialisierte sich früh auf Insolvenzrecht, studierte die Mechanismen der privaten Verschuldung und lehrte an verschiedenen Universitäten – unter anderem an der renommierten Harvard Law School.

Als Tochter eines Hausmeisters und einer Versandhausmitarbeiterin versteht sich Warren als Kämpferin für die amerikanische Mittelschicht, mit ihrer Direktheit hat sie sich auch in der eigenen Partei nicht nur FreundInnen gemacht – zu populistisch sei ihr Stil. Auch Angriffe gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen verteidigte Warren immer wieder mit Schärfe. Als RepublikanerInnen 2015 öffentliche Mittel für Planned Parenthood streichen wollten, eine Non-Profit-Organisation, die medizinische Dienste wie Vorsorgeuntersuchungen und Abtreibungen anbietet, sagte Warren in einer Rede: "Wissen Sie, welches Jahr wir schreiben? Sind Sie gestürzt, haben sich den Kopf angeschlagen und glauben, in den 1950ern oder 1890ern wieder aufgewacht zu sein?" Den Jubel ihrer AnhängerInnen scheint Warren sichtlich zu genießen. "Ich könnte den ganzen Tag so weitermachen", sagte sie bei der Kundgebung in New Hampshire. Und ließ schließlich doch Hillary Clinton vor das Mikrofon treten. (Brigitte Theißl, 31.10.2016)

  • Elizabeth Warren bei einer Wahlkampfveranstaltung in Manchester vergangenen Montag: "Ich habe Neuigkeiten für Sie, Donald Trump: Frauen haben die Nase voll von Typen wie Ihnen."
    foto: apa/afp/getty images/justin sull

    Elizabeth Warren bei einer Wahlkampfveranstaltung in Manchester vergangenen Montag: "Ich habe Neuigkeiten für Sie, Donald Trump: Frauen haben die Nase voll von Typen wie Ihnen."

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