Aufsicht goutiert Bawag-Bonusplan nicht

29. Oktober 2016, 14:00
24 Postings

EZB befürchtet falschen Anreiz – Managern würden bis zu 140 Millionen Euro winken

Wien – Seit Monaten hält das (geplante) Aktienrückkaufprogramm für Führungskräfte der Bawag europäische Bankenaufseher, Banker und die Juristen des Instituts auf Trab. Das Programm (Abkürzung: Sars) soll etwa schlagend werden, wenn die Bank bzw. Teile von ihr verkauft oder an die Börse gebracht werden.

Der Kreis der potenziellen Nutznießer soll exklusiv sein. Neben Vorstandschef (derzeit ist das der Brite Byron Haynes), einigen einfachen Vorstandsmitgliedern und wenigen Managern der zweiten Führungsebene würde dem Vernehmen nach auch der Aufsichtsratsvorsitzende (derzeit: Franklin Hobbs) und dessen Stellvertreter (derzeit: Keith Tietjen) in den Genuss des Programms kommen. Umgesetzt würde es über eine Zwischenholding, dem Vernehmen nach über die niederländische Bawag-Großmutter Promontoria Sacher Holding N.V.

Viel Geld

Bei der Angelegenheit geht es laut Wohlinformierten um sehr viel Geld. In Summe kämen die wenigen Manager bzw. Aufsichtsratsmitglieder bei einem Exit auf bis zu rund 140 Millionen Euro.

Allerdings: Die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA und die Aufseher aus der EZB haben Bedenken gegen die Ausgestaltung des Programms, das bereits umgearbeitet worden sei, berichtet ein Bawag-Insider. Sie befürchten, dass es falsche Anreize und Interessenskonflikte geben könnte, umso mehr, als Manager und deren Kontrolleure (Aufsichtsratsmitglieder) Nutznießer wären. Die Frage sei, ob Sars in die EU-Richtlinien CRD 3 bzw. CRD 4 passt, bei beiden geht es auch um Vergütungspolitik und -praxis von Banken. Die müssen ihre Anreizsysteme von der Behörde genehmigen lassen. Laut Bankern läuft die Diskussion mit den Aufsehern noch, Anwälte sind ebenso involviert wie die Bawag-Eigner vom US-Hedgefonds Cerberus.

Die Bank beantwortet Fragen zum "Bonifikationsprogramm" laut ihrer Sprecherin nicht. Das Thema gilt als äußerst heikel. (gra, 29.10.2016)

Share if you care.