"Watchbook II": Wer hat an der Uhr gedreht?

29. Oktober 2016, 15:00
1 Posting

Sammler Gisbert Brunner huldigt der Armbanduhr

Diese ein Schmunzeln ins Gesicht zaubernde Fragestellung, humoristisch an Paulchen-Panther-Comics erinnernd, ist in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung eine, die sich in Wahrheit auf eine aussterbende Spezies bezieht. Auf mechanische, von Hand zu stellende, aufzuziehende oder durch Bewegung des damit geschmückten Menschen – einem Perpetuum mobile gleich – gehende Uhren nämlich.

Diesen oft als unzeitgemäß bezeichneten Zeitmessern widmet Gisbert L. Brunner nun ein ganzes Buch. Ein doppeltes Zeichen wider den Zeitgeist, pro Entschleunigung, ist doch in einer Ära, die von Intensität und Schnelllebigkeit geprägt ist, ein Buch so wie eine mechanische Uhr ein haptisches, greifbares und begreifbares Wunder.

Letztlich könnte man das wunderschön bibliophil gestaltete Buch – als Hommage an den der geistreichen Kontemplativität in Denken und Sein huldigenden Fernando Pessoa – auch als Buch der Unruhe titulieren. Wortwörtlich, wohlgemerkt. Stammt der Terminus der Unruh doch aus dem Metier der Uhrmachermeister und bezeichnet das Schwungrad mechanischer Chronografen. (Gregor Auenhammer, 29.10.2016)

Gisbert Brunner, "WatchBook II". € 49,90 / 256 Seiten. teNeues 2016

  • Gisbert Brunner widmet dem Zeitmesser ein Buch.
    foto: teneues

    Gisbert Brunner widmet dem Zeitmesser ein Buch.

Share if you care.