Opel Astra Tourer: Ausfahrt mit dem Lademeister

8. November 2016, 14:47
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Europas Auto des Jahres ist in unseren Breiten besonders als Kombi beliebt. Nachvollziehbar, weil Multitalent. Dass er um bis zu 190 Kilo leichter wurde, fördert seine Leichtfüßigkeit – so wie der 200-PS-Turbo

Wien – Vor den 200 PS, die im Astra wüten, muss man sich nicht fürchten. Man spürt sie, aber wohldosiert verbreiten sie das durchwegs angenehme Gefühl, dass mehr als ausreichend Power da ist, wenn man sie braucht.

foto: guido gluschitsch

Fürchten sollte man sich eher vor der Massagefunktion im Premium-Ergonomiesitz, besser gesagt vor jenen Zeitgenossen, die sich während der Fahrt elektronisch bekrabbeln lassen. Wo kommen wir da hin, wenn das alle machen? Da käme zur maximalen Ablenkung, die Autofahren zeitweise ohnehin zur Qual macht, auch noch Entspannung dazu. Und auf der Straße ginge am End nichts mehr weiter.

Wellnesduft

Ein bisschen überkandidelt erscheint uns das ebenfalls gegen Aufpreis erhältliche Air-Wellness-Aromasystem zur Beduftung des Fahrzeuginnenraums. Nicht auszudenken, welche Art von Fahrern selbiges in Kombination mit einer Sitzventilation benützt! Dem Pipsi-Hund ist zwar grundsätzlich egal, in welches Auto er steigt (wenn nur der Schlaf nicht gestört wird) – künstliche Duftnoten, das geht eindeutig zu weit.

foto: guido gluschitsch

Wie auch immer, wer Extras wie diese auslässt, kann eine Menge sparen. Allein Ergonomiesitz und Aroma schlagen mit 560 Euro zu Buche, das CD-Laufwerk mit 137 Euro. Wobei, man gewöhnt sich schnell an Annehmlichkeiten wie Lederinterieur, USB-Buchsen auch in den hinteren Reihen und Acht-Zoll-Touchscreen mit integriertem Navi, sechs Lautsprechern und Freisprecheinrichtung.

Höhere Sphären

WLAN-Hotspot, elektrische Heckklappe, schlüsselloses Auf- und Zusperren sind serienmäßig in dem von Opel zur Verfügung gestellten Testauto um 27.490 Euro – und lassen sich mit Leder, Licht und Luxus im Nu auf 32.763 Euro hinaufdrehen. So kann der Astra in höhere Fahrzeugsphären vorstoßen, in denen der sportliche Kombi eigentlich gar nicht spielt.

foto: guido gluschitsch

Bei so viel Unterhaltung gerät der eigentliche Zweck, das Fahren, fast in den Hintergrund. Zu Unrecht, denn der Astra kann auch hier punkten, hat er doch mit dem Abnehmen an Agilität zugenommen. Das Fahrwerk ist straff und gut abgestimmt. Der Kofferraum ist etwas größer als bei der Konkurrenz – und die Heckklappe lässt sich easy mit dem Fuß öffnen. So geht sie auch wieder zu. (Luise Ungerboeck, 8.11.2016)

foto: guido gluschitsch

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Opel

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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