"Bundesheinzi" oder "Klebergate": Wort des Jahres gesucht

28. Oktober 2016, 12:22
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Forschungsstelle Österreichisches Deutsch ruft zur Wahl des Worts, Unworts, Spruchs, Unspruchs und Jugendworts 2016 auf

Wien/Graz – Von "arschknapp" über "Bundesheinzi" und den Zungenbrecher "Bundespräsidentenstichwahlverschiebung" bis zu "Klebergate": Die Forschungsstelle Österreichisches Deutsch der Uni Graz hat in Kooperation mit der Austria Presse-Agentur wieder eine Liste mit Kandidaten zusammengestellt, aus der das Wort des Jahres gewählt werden soll.

Wahltermine

Das Wort des Jahres soll 2016 von besonderer Bedeutung gewesen sein, im öffentlichen Leben des Landes häufig Verwendung finden oder gefunden haben und/oder besondere sprachliche Qualitäten aufweisen. Die häufige Verwendung insbesondere im politischen Diskurs gibt dabei zumeist den Ton vor: Im vergangenen Jahr wurde "Willkommenskultur" gewählt, heuer prägt die Bundespräsidentenwahl die Wort-Wahl.

Das Wort des Jahres wird übrigens noch vor dem Präsidenten gewählt werden: Auf oewort.at kann bis 2. Dezember abgestimmt werden. Das Ergebnis allerdings wird die Jury mit Forschungsstellenleiter Rudolf Muhr an der Spitze erst am 9. Dezember bekanntgeben. Bis dahin wird Österreich – so nicht erneut etwas dazwischenkommt – seinen neuen Bundespräsidenten kennen.

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Neben dem Wort des Jahres werden auch das Unwort und das Jugendwort sowie Spruch und Unspruch des Jahres gesucht. Kandidaten für das Unwort des Jahres sind unter anderen "Asylobergrenze", "Hassposting", "Ungläubiger", "Willkommensklatscher" und "Öxit".

Auf der Liste der Jugendwörter finden sich traditionell die nach dem Verständnis Erwachsener originellsten Begriffe, zum Beispiel: "Darth vadern" als Versuch eines älteren Menschen (Vater oder Mutter), gegenüber einem jüngeren Menschen (Sohn/Tochter) eine erzieherische Maßnahme auszuüben; "Tintling", die Bezeichnung für einen über und über tätowierten Menschen, und "voi" als Ersatzwort für alles, was gut ist und vielfach "ja" ersetzt. Und das Internettier Nummer eins steht in der verbreiteten Schreibweise "Gadse" ebenfalls auf der Liste.

Die einmal für ungültig erklärte und einmal verschobene Stichwahl des Staatsoberhaupts ist indessen nicht nur bei den Kandidaten für das Wort des Jahres Thema: "Bundespräsidentenwahl 2016–2019" hat es auf die Shortlist der Sprüche geschafft, dazu "Der Kleber kommt aus Deutschland". Kandidaten für den Unspruch sind "Man muss die Ängste und Sorgen der Menschen ernst nehmen" und "Runter mit der Mindestsicherung!" sowie das vielzitierte "Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist". (APA, red, 28.10.2016)


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Oewort

  • Keine Angst, bei der Wahl zum Wort des Jahres droht kein neues "Klebergate": Sie findet online statt.
    foto: apa/georg hochmuth

    Keine Angst, bei der Wahl zum Wort des Jahres droht kein neues "Klebergate": Sie findet online statt.

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