Quantum: Neue Rendering Engine soll Firefox wesentlich flotter machen

28. Oktober 2016, 11:59
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Teile von des komplette neu entwickelten "Servo" sollen nach und nach übernommen werden

Seit rund drei Jahren arbeitet Mozilla unter dem Namen "Servo" an einer von Grund auf neu gestalteten Rendering Engine. Ganz auf die Anforderungen moderner Webseiten fokussiert, soll sie all den Ballast hinter sich lassen, der sich über die Jahre beim aktuell genutzten "Gecko" angesammelt hat. Zudem sollen auch die Möglichkeiten aktueller Rechner besser genutzt werden. Nun sollen die dabei entwickelten Techniken nach und nach in den Firefox Einzug halten.

Deutlicher Schub

Unter dem Namen Quantum kündigt Mozilla Plattformentwicklungschef David Bryant ein neues Projekt für die nächste Generation der Firefox-Rendering-Basis an. Diese soll bis Ende 2017 eine signifikante Beschleunigung für den Mozilla-Browser bringen, eine Art Quantensprung in Performance-Hinsicht, wie das Unternehmen die Namensgebung argumentiert. Die Nutzer sollen den Unterschied bei Alltagsaufgaben wie dem Scrollen von Seiten oder der Darstellung grafisch aufwändiger Inhalte sofort merken.

Möglich soll dies durch die schrittweise Übernahme von Servo-Bestandteilen werden, allen voran die massive Parallelisierung aller Aufgaben und die Aufteilung auf mehrere Prozessorkerne. Zudem sollen viele Tasks nun direkt auf der GPU ausgeführt werden anstatt wie bisher über den Prozessor laufen. Ebenfalls geplant ist die Übernahme des effizienteren CSS-Systems zum Stylen von Webseiten aus Servo, wie aus dem zugehörigen Eintrag im Mozilla Wiki hervorgeht.

Beschränkungen

Zudem sollen künftig generell die Reaktionszeiten deutlich verbessert werden, gerade wenn im Hintergrund viele Tabs offen sind. Möglich soll dies durch ein Teilprojekt namens Quantum DOM werden, das einen eigenen Scheduler zur optimalen Ressourcenverteilung nutzt, und dafür sorgt, dass Hintergrundtasks nicht zu oft und in einigen Fällen auch gar nicht laufen.

Mozilla erhofft sich durch diesen Wechsel langfristig auch wichtige Sicherheits- und Stabilitätsverbesserungen. Immerhin ist Servo in der ebenfalls von Mozilla neu entwickelten Sprache Rust verfasst, die Probleme schon beim Erstellen der Pakete abfangen soll.

Ausblick

Einen genauen Zeitplan liefern die Mozilla-Entwickler für die Aufnahme von Quantum noch nicht, kommendes Jahr soll es erste entsprechende Testversionen geben. Dabei will man neben Windows, Linux und OS X natürlich auch Android unterstützen. Bei iOS wird sich hingegen vorerst nichts ändern, da Apple ohnehin die Auslieferung eigener Rendering Engines verbietet, und alle auf das eigene Webkit zwingt. (apo, 28.10.2016)

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    grafik: mozilla
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