Journalismus und Moral: Andreas Koller ist nächster Herzl-Dozent

28. Oktober 2016, 10:06
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"Gefährdung der Gesellschaft, wie wir sie kennen": Vize-Chefredakteur der "Salzburger Nachrichten" über "JournalismusMachtWirklichkeit"

Wien – Andreas Koller, stellvertretender Chefredakteur der "Salzburger Nachrichten", übernimmt die nächste Theodor-Herzl-Dozentur für die Poetik des Journalismus am Institut für Kommunikationswissenschaften der Universität Wien. Sein Thema fasst er in eine Wortkombination:" JournalismusMachtWirklichkeit".

In drei Vorlesungen im Hörsaal 1 des Instituts, jeweils ab 9.45 Uhr wird er sich dem Komplex so nähern:

Journalismus und Zeitgeist

Ist Journalismus noch notwendig? Wenn Ja: Wie muss er beschaffen sein und wie soll er finanziert werden? Wenn Nein: Was würde das Fehlen des professionellen Journalismus mit unserer Demokratie anstellen? (7. November)

Journalismus und Moral

Gibt es ethische Grenzen der Berichterstatung und wo liegen sie? Was tun, wenn Medien diese Grenzen überschreiten oder aber die Grenzen viel zu eng ziehen? (14. November)

Journalismus und Politik

Sind Medien und Politiker Gegner, Spießgesellen – oder beides?`Wie schwer würde es einer autoritären Politik fallen, die Pressefreiheit abzuschaffen? Und wozu eigentlich die Presseförderung? (21. November).

"Gefährdung der Gesellschaft, wie wir sie kennen"

Eine – nicht ganz überraschende – Antwort auf seine Fragen liefert Koller schon vorweg: Journalismus "ist eine der Voraussetzungen für unsere Demokratie. Die derzeitige Krise des journalistischen Geschäftsmodells ist daher nicht lediglich eine Unannehmlichkeit für Verleger und Medienmitarbeiter, sondern eine Gefährdung der Gesellschaft, wie wir sie kennen."

Die "Poetik des Journalismus"

Was ist unter der "Poetik des Journalismus" zu verstehen? Sie analysiert journalistische Werke, die Bedingungen ihrer Entstehung, die Methoden und Verfahren, die Kontexte und Herstellungsprozesse, erklären die Veranstalter: Darüber und über ihre Position, ihre Arbeitsweisen und ihren Zugang zum Journalismus sprechen die Journalistinnen und Journalisten in ihren Vorträgen.

Die Dozentur ist nach dem großen Wiener Journalisten Theodor Herzl benannt, sie wurde 2000 von Wolfgang R. Langenbucher am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft begründet und von 2008 bis zu seinem Tod 2014 von Hannes Haas geleitet.

Folker Hanusch, Journalismusprofessor am Publizistik-Institut, übernahm die Leitung der Herzl-Dozentur und für ihn ist die "Dozentur ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über den Stellenwert von Journalismus in der Gesellschaft und wie herausragende Leistungen unter den Rahmenbedingungen erbracht werden können".

Von Riehl-Heyse bis Wolf

Die bisherigen Theodor Herzl-DozentInnen waren: Margrit Sprecher, Kai Hermann, Herbert Riehl-Heyse, Peter Huemer, Luc Jochimsen, Klaus Harpprecht, Gerhard Kromschröder, Sibylle Hamann, Antonia Rados, Alice Schwarzer, Florian Klenk, Heribert Prantl, Armin Wolf und Alexandra Föderl-Schmid. Ihre Vorlesungen sind im Picus-Verlag veröffentlicht worden. (red, 28.10.2016)

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