IPv6: Verbreitung steigt, Österreich hinkt nach

28. Oktober 2016, 10:00
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Das Protokoll zeichnet mittlerweile für sieben Prozent des Internet-Datenverkehrs verantwortlich

Das Internetprotokoll IPv6 verbreitet sich weiter. Standardisiert im Jahr 1998 wird seit einigen Jahren auf seine breite Einführung gedrängt, da unter IPv4 die Adressen knapp geworden sind. Abseits von Afrika werden auf keinen Kontinenten mehr neue IPv4-Adressen mehr vergeben.

Langsam aber sicher nimmt die Verbreitung von IPv6 weiter zu. Laut einer Studie von Akamai laufen mittlerweile rund sieben Prozent des Datenverkehrs im Internet darüber, auf DNS-Level sogar ein gutes Drittel. Der Unterschied nach Ländern ist allerdings teils drastisch, schreibt Heise.

Österreich unter dem Schnitt

In Deutschland sind es den Zahlen zufolge 28,8 Prozent, womit man im Spitzenfeld liegt. Österreich rangiert mit knapp sechs Prozent unter dem globalen Schnitt. In vielen Schwellenländern wiederum ist IPv6 praktisch nonexistent.

Wechselhafte Situationen gibt es auch hinsichtlich genutzter und verfügbarer Bandbreite. In vielen Staaten liegt die Penetration höher als die Bandbreite, in manchen – etwa Großbritannien – ließe sich jedoch deutlich mehr IPv6-Datenverkehr erzielen, als es derzeit der Fall ist.

Die Forscher versuchten auch zu ermitteln, ob eine Korrelation zwischen IPv6-Verbreitung und dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf besteht. Eindeutige Belege dafür, dass wirtschaftlich schwächere Staaten zwingend Nachzügler seien, fand man nicht. Die Wahrscheinlichkeit einer höheren IPv6-Verbreitung steigt jedoch am oberen Ende der BIP-Skala erheblich. Ein wesentlicher Faktor für die Verbreitung sei außerdem, ob marktbeherrschende Telekomunternehmen bereits umgestellt hätten oder nicht.

Ähnliche Zahlen bei Google

Auch Google erfasst laufend Zahlen zur IPv6-Verbreitung unter seinen Nutzern. Zu beobachten ist hier ein sich stetig beschleunigender Anstieg bei der Verfügbarkeit. Stieg die Verbreitung von 2009 bis Anfang 2014 lediglich von 0,2 auf 2,8 Prozent, ist sie seitdem auf aktuell auf 11,74 Prozent angestiegen.

In der Länderstatistik führen die USA mit einer Verbreitung von 28,7 Prozent, gefolgt von Griechenland (27,6 Prozent) und Deutschland (26 Prozent). Für Österreich liegt der Wert mit 5,33 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie in der Akamai-Studie. (gpi, 28.10.2016)

  • Sieben Prozent des weltweiten Online-Datenverkehrs laufen laut Akamai mittlerweile über IPv6. Die Verbreitung in Österreich liegt unter diesem Schnitt.
    foto: reuters

    Sieben Prozent des weltweiten Online-Datenverkehrs laufen laut Akamai mittlerweile über IPv6. Die Verbreitung in Österreich liegt unter diesem Schnitt.

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