Erstmals gemeinsamer Wahlauftritt von Clinton und Michelle Obama

28. Oktober 2016, 06:50
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Wahlkampf in North Carolina – Gerüchte um Biden als Außenminister

Winston Salem – Zum ersten Mal im US-Präsidentschaftswahlkampf sind Hillary Clinton und First Lady Michelle Obama gemeinsam bei einer Veranstaltung aufgetreten. Vor etwa 11.000 Anhängern in North Carolina wandte sich die Kandidatin der Demokraten am Donnerstag insbesondere an Frauen und junge Leute und forderte diese auf, am 8. November ihre Stimmen abzugeben. "Ich wünschte, ich müsste das nicht sagen, aber die Würde der Frauen und der Respekt ihnen gegenüber stehen bei dieser Wahl auch auf dem Stimmzettel", sagte Clinton in Anspielung auf Sexismus-Vorwürfe gegen ihren Rivalen Donald Trump von den Republikanern.

Michelle Obama hatte 2008 während des erbittert geführten Vorwahlkampfs zwischen ihrem Ehemann Barack Obama und Clinton die ehemalige Senatorin scharf kritisiert. Am Donnerstag nannte die 52-Jährige dagegen Clinton "mein Mädchen" und erklärte, sie seien Freundinnen. "Wenn Hillary diese Wahl nicht gewinnt, dann lag es an uns", warnte sie. "Hillary steht bereit, vom ersten Tag an Oberkommandierende zu sein, und ja – sie ist zufällig eine Frau", fügte Obama hinzu. Umgekehrt lobte Clinton Obamas Einsatz für die Rechte von Frauen in aller Welt. "Es kann nichts Besseres geben, als hier zu sein mit unserer großartigsten First Lady", sagte Clinton.

Michelle Obama hatte bereits mehrere Wahlkampfauftritte für die Kandidatin ohne deren Beisein absolviert und sich mit ihren beherzten Reden zum heimlichen Star der Anti-Trump-Wahlkämpfer entwickelt. Dem republikanischen Kandidaten warf sie mehrfach ein abschätziges und unheimliches Verhalten gegenüber Frauen vor. Großen Widerhall in den Medien fand eine Rede der in Harvard ausgebildeten Juristin Mitte Oktober nach der Veröffentlichung eines Videos, auf dem zu hören ist, wie Trump sich vulgär über Frauen äußert. Die Obamas und ihr Umfeld haben wiederholt Spekulationen über eine eigene politische Karriere von Michelle zurückgewiesen.

Biden als Außenminister im Gespräch

Einem Bericht des Magazins "Politico" zufolge will die Clinton-Adminsitration Vizepräsident Joe Biden im Falle eines Wahlsieges zum Außenminister machen. Biden stehe an der Spitze einer Liste möglicher Kandidaten, berichtete das Magazin am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle bei den Demokraten. Allerdings sei er selbst noch nicht darüber informiert worden.

Biden wäre insofern eine überraschende Wahl Clintons, weil der 73-Jährige bei wichtigen außenpolitischen Entscheidungen mit seiner Meinung quer zu Clinton lag. Er gilt als vorsichtiger Politiker, während Clinton häufig als außenpolitischer Falke beschrieben wird.(Reuters, APA, 28.10.2016)

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