Papyrus mit ältester hebräischer Erwähnung Jerusalems entdeckt

28. Oktober 2016, 07:50
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2.700 Jahre altes Schriftstück aus einer Höhle in der judäischen Wüste listet Steuern und Warenlieferungen nach Jerusalem auf

Jerusalem – Auf einem Papyrus aus dem siebten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung haben Archäologen die älteste Erwähnung Jerusalems in Hebräisch entdeckt. Das Schriftstück stammt aus einer Höhle in der judäischen Wüste und enthält in althebräischer Schrift folgenden Text: "Von der Dienerin des Königs, aus Na'arat, zwei Weinkrüge nach Jerusalem."

Nach Angaben der israelischen Altertumsbehörde (IAA) handelt es sich um ein seltenes Versandpapier, auf dem die Zahlung von Steuern und Warenlieferungen nach Jerusalem festgehalten wurden. Damit liege ein seltenes Beispiel für die Existenz einer organisierten Administration im Königreich Juda vor.

Archäologische Schätze

Das Dokument betone zugleich die Bedeutung Jerusalems als wirtschaftliches Zentrum zur Zeit des ersten Jüdischen Tempels. Für den Direktor der IAA, Israel Hasson, ist der Fund auch ein Hinweis darauf, dass weitere wertvolle Artefakte in den Höhlen der judäischen Wüste zu finden sind.

Dort wurden in den vergangenen Jahrzehnten Fragmente hunderter Schriftrollen entdeckt, die zum Teil mehr als 2.000 Jahre alt sind – darunter auch die ältesten bekannten biblischen Handschriften. Dieses Welterbe werde täglich Opfer von Raub und Plünderung, so Hasson. Er forderte systematische Sicherungen und Grabungen vor Ort. (APA, red, 28.10.2016)

  • Ein "Lieferschein" aus der Zeit des ersten Jüdischen Tempels erwähnt erstmals Jerusalem in Hebräisch.
    foto: israel

    Ein "Lieferschein" aus der Zeit des ersten Jüdischen Tempels erwähnt erstmals Jerusalem in Hebräisch.

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