Fall Peggy: Spur zu NSU anscheinend nur Probenverunreinigung

27. Oktober 2016, 15:40
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Offenbar besteht doch keine Verbindung zwischen dem Kindesmord und den Neonazis

Bayreuth/Wien – Im Fall Peggy gibt es offenbar doch keine Verbindung zum rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Nach der Entdeckung einer DNA-Spur Böhnhardts am Fundort der getöteten Schülerin haben die Ermittler nun mögliche Hinweise auf eine Verunreinigung bei der Spurensicherung. Das bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Bayreuth. Zuvor hatten unter anderem der Bayerische Rundfunk und der SWR darüber berichtet.

Es hätten sich "mögliche Anhaltspunkte dafür ergeben, dass durch die mit der Spurensicherung in beiden Fällen befasste Tatortgruppe der Polizei in Thüringen teilweise identisches Spurensicherungsgerät verwendet wurde", hieß es. Eine Aussage zur Qualität der Spurensicherung und einer möglichen Kontamination könne aber erst nach weiteren umfassenden und zeitaufwendigen Ermittlungen getroffen werden.

Selber Meterstab

Bei einem Vergleich der Tatortfotos von der Leiche Böhnhardts und dem Fundort der Skelettteile des 2001 verschwundenen Kindes wurde festgestellt, dass dabei derselbe Meterstab verwendet wurde. Das Maß sei laut Ermittlerkreisen unverwechselbar, berichtete das deutsche Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Der Fundort des Mädchens in einem Wald an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen wurde im Juli von derselben Tatortgruppe untersucht, die auch im November 2011 die Leiche Böhnhardts aus dem ausgebrannten Wohnmobil in Eisenach geborgen hatte.

Bis zur vermeintlichen Entdeckung der DNA-Spur am Leichenfundort war nie eine Verbindung zur Mordserie der NSU-Terrorgruppe gezogen worden. Böhnhardt hatte sich mit seinem Komplizen Uwe Mundlos im Sommer 2011 das Leben genommen. In München läuft seit mehr als drei Jahren der Prozess gegen Beate Zschäpe – als einzige Überlebende des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds. Zwischen 2000 und 2007 erschoss die Gruppe nach Erkenntnissen der Ermittler neun türkisch- und griechischstämmige Kleinunternehmer und eine Polizistin. Mit Sprengstoffanschlägen sollen sie zahlreiche Menschen verletzt haben. (red, APA, 27.10.2016)

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