EU-Kommision stellte Pläne für neue Weltraumstrategie vor

27. Oktober 2016, 16:41
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Maßnahmen für mehr private Investitionen, zielgerichtete Förderungen und stärkere Zusammenarbeit mit der ESA geplant

Brüssel – Die EU-Kommission hat eine Weltraumstrategie vorgestellt, mit der sie auf wachsenden Wettbewerb antworten sowie mehr private Investitionen und technologische Entwicklungen vorantreiben will. Am Mittwoch unterzeichneten die EU-Kommission und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) außerdem eine gemeinsame Erklärung, laut der sie eine stärkere Zusammenarbeit anstreben.

"Raumfahrt ist ein wichtiger Industriesektor in Europas Wirtschaft und ein strategisches Plus, der Europas Autonomie auf globaler Ebene unterstützt", erklärte die zuständige EU-Binnenmarktkommissarin Elzbieta Bienkowska. Die EU brauche aber mehr Unternehmer und mehr private Investitionen, um in diesem Bereich weiter vorne dabei zu sein.

Erleichterungen für Unternehmen

Die EU-Kommission will etwa den Einsatz des Satellitensystems Galileo in mobilen Geräten und in kritischer Infrastruktur vorantreiben. Innovative Betriebe und Startups sollen nach dem Plan der EU-Kommission künftig leichter über spezielle Industrie-Plattformen Zugang zu Raumfahrtdaten haben, um Dienstleistungen und Anwendungen entwickeln zu können.

Zudem sollen EU-Förderungen stärker auf Raumfahrt-Unternehmen fokussiert werden, erklärte die Kommission. Zusätzlich wolle man mehr private Investitionen anziehen, vor allem im Rahmen des Juncker-Investitionsplans für Europa und durch einen geplanten Risikokapital-Fonds. Das Aufkommen europäischer industrieller Raumfahrt-Zentren und -Cluster soll gefördert werden.

Satellitenprogramm

In den kommenden zehn bis 15 Jahren will die EU nach Angaben der Kommission mehr als 30 Satelliten für das Satellitensystem Galileo und das Beobachtungsprogramm Copernicus ins All bringen. Im Rahmen des bevorstehenden Aktionsplans für eine Europäische Verteidigungspolitik will die EU-Kommission eine Initiative für zuverlässige, sichere und kosteneffiziente Satelliten-Kommunikationsdienstleistungen für die EU und die nationalen Stellen starten.

Nach Schätzungen der EU-Kommission arbeiten mehr als 230.000 Beschäftigte in der europäischen Raumfahrtindustrie mit einer Wertschöpfung von 46 Milliarden bis 54 Milliarden Euro. Ein Drittel aller Satelliten weltweit werden nach Angaben der EU-Behörde in Europa hergestellt. Von 2014 bis 2020 investiert die EU rund 12 Milliarden Euro in Weltraumprojekte. (APA, red, 27.10.2016)

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