"GoNNER" im Test: Das perfekte Game für Halloween

31. Oktober 2016, 10:30
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Der dunkelbunte Plattformer ist die richtige Unterhaltung für grau(sam)e Herbsttage

Es gibt "kleine" Spiele, die länger fesseln und begeistern können als so mancher riesige Hochglanz-Titel. In den letzten Jahren hat sich ein Begriff als verlässlicher Indikator für diese Art der Langzeitmotivation eingebürgert: Wer dem Genre mit dem unhandlichen Namen "Rogue-like-like" oder kurz "Rogue-lite" sein Herz geschenkt hat, konnte hunderte Stunden mit den großen, kleinen Motivationswundern verbringen. Das Grundrezept, von "Spelunky", "The Binding of Isaac", "FTL", "Rogue Legacy" und "Nuclear Throne" – Zufallsgenerierung plus Abwechslungsreichtum plus Permadeath – ergibt ein Spielerlebnis, das zwar für moderne Verhältnisse unbarmherzig, aber faszinierend und sowohl für zwischendurch geeignet als auch längerfristig motivierend ist. Mit dem Plattformer "GoNNER" (Windows, Mac, Linux, 9,99 Euro) ist nun ein weiterer Eintrag in die populäre Nische erschienen.

Gevatter Tod

Erklärt wird in diesem charmanten, aber fordernden Sidescroller absolut nichts, und das macht schon einen Teil des Reizes von "GoNNER" aus: Als kopfloser Torso müssen sich Spielerinnen und Spieler zunächst bei Gevatter Tod mit Schädel, Waffe und Rucksack ausstatten, bevor es in die stets neu erstellten Level zum Kampf gegen die Monster der Totenwelt losgeht. Berührt der kleine Knochenmann einen Gegner, kullert die Ausrüstung samt Kopf übrigens davon und muss wieder eingesammelt werden – passiert dies zu oft oder lässt man sich als hilfloser Torso erwischen, geht’s zurück an den Start. Welche Eigenschaften das sich durch Aufsammeln neuer Gegenstände erweiternde Arsenal denn nun hat, muss durch Versuch und Irrtum herausgefunden werden, ebenso wie das Funktionieren des Combo- und Continue-Systems.

Niedlich und gemein

Nach einer Handvoll größer und schwieriger werdender Levels warten sowohl ein Shop als auch ein Endgegner, bevor die Reise in die nächste von insgesamt vier Welten mit jeweils neuen Gegnertypen und merklich angezogenem Schwierigkeitsgrad weitergeht. "GoNNER" ist dabei, ganz seinem Genre treu, ziemlich anspruchsvoll und fordert sowohl flinke Reflexe als auch die Bereitschaft, sich durch geduldiges Üben zu perfektionieren. Es spricht für das gelungene Gameplay, dass dabei sowohl vorsichtige Anfänger als auch geübtere Joypad-Akrobaten ihren Spaß haben und das Experimentieren mit Waffen, Ausrüstung und verschiedene Spielstile zulassenden Köpfen immer wieder zum Neustart motiviert.

raw fury
Video: Trailer zu "GoNNER"

Charmanter Grafikstil

Ein kompletter "Run" ließe sich zwar in einer knappen halben Stunden absolvieren, bis man die dafür nötige Routine hat, vergehen allerdings je nach Talent mehrere Stunden. Danach laden die aus "Spelunky" bekannten "Daily Challenges" zur Highscore-Jagd mit globalen Rankings und bieten täglich neue Herausforderungen, die es im "normalen" Spielmodus nicht zu sehen gibt.

Was "GoNNER" überdies von anderen Spielen unterscheidet, ist sein einzigartiger charmanter Grafikstil, dem unbewegte Screenshots nicht gerecht werden. Der täuschend naiv-kindliche Wachsmalkreiden-Look verleiht dem Spiel vor allem gepaart mit dem tollen minimalistischen Soundtrack eine einzigartige Atmosphäre, die wie gemacht ist für die dunklen Herbstabende rund um Halloween. Wer Freude an den Herausforderungen von Rogue-lites hat, kommt diesen Herbst an "GoNNER" nicht vorbei. (Rainer Sigl, 31.10.2016)

"GoNNER" ist für Windows, Mac, Linux erschienen. UVP: 9,99 Euro.

Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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GoNNER

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