Vier Ausgezeichnete: Wilhelm-Exner-Medaille 2016 vergeben

27. Oktober 2016, 11:33
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Auszeichnungen für Emmanuelle Charpentier, Gero Miesenböck, Stefan Hell sowie Johann Eibl

Wien – Die französische Molekuarbiologin Emmanuelle Charpentier, der österreichische Neurowissenschafter Gero Miesenböck, der deutsche Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell sowie der Gründer der Immuno AG, Johann Eibl, werden heuer mit der Wilhelm-Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins ausgezeichnet. Die Ehrungen werden am 9. November in Wien überreicht.

Die nach dem österreichischen Wirtschafts- und Technikförderer Wilhelm Exner benannte Medaille wird seit 1921 vergeben. Ausgezeichnet werden "herausragende Wissenschafter und Forscher, welche die Wirtschaft direkt oder indirekt durch besondere wissenschaftliche Leistungen in hervorragender Weise gefördert haben".

Charpentier entwickelte das Molekularwerkzeug "Crispr-Cas9" mit, dank dem Genabschnitte und sogar einzelne Basen ausgetauscht werden können. Sie arbeitete von 2002 bis 2009 an der Uni Wien bzw. den Max F. Perutz Laboratories (MFPL) der Uni Wien und der Meduni Wien und wurde vor kurzem Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie.

Miesenböck gilt als einer der Begründer der Optogenetik, von der neue, fundamentale Kenntnisse über die Funktionen des Gehirns erwartet werden. Nach einem Medizinstudium an der Uni Innsbruck ging er als Schrödinger-Stipendiat an das Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York. Von dort wechselte Miesenböck an die Yale University und wurde 2007 auf den Waynflete-Lehrstuhl für Physiologie an der Universität Oxford berufen.

Der deutsche Forscher Stefan Hell wurde 2014 gemeinsam mit Eric Betzig und William E. Moerner mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Sie entwickelten neue Mikroskopie-Methoden, die die Grenzen der Lichtmikroskopie in den Nanobereich verschoben haben.

Der Chemiker Eibl gründete 1953 mit zwei Partnern das "Österreichische Institut für Hämoderivate", aus dem die Immuno (später Baxter bzw. Baxalta bzw. Shire) als einer der weltweit führenden Anbieter für Plasmaprodukte und Impfstoffe hervorging. Eibl war auch für die Forschungsagenden des Unternehmens zuständig. (APA, 27.10.2016)

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