Handgreiflichkeiten zwischen Ukip-Mandataren haben juristisches Nachspiel

26. Oktober 2016, 12:45
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EU-Parlamentspräsident Schulz schaltet Straßburger Staatsanwaltschaft ein

London/Straßburg – Die Handgreiflichkeiten zwischen zwei Europaabgeordneten der EU-feindlichen britischen Partei Ukip werden ein juristisches Nachspiel haben. Die medizinischen Untersuchungen hätten ergeben, dass der Ukip-Abgeordnete Steven Woolfe von einem Schlag gegen den Kopf getroffen worden sei, teilte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) am Mittwoch in Straßburg mit.

Dieser Schlag sei die Ursache für den Zusammenbruch des Briten auf einem Flur in der Nähe des Plenarsaals gewesen. Er werde daher die Straßburger Staatsanwaltschaft einschalten. Der 49-jährige Woolfe war nach seinem Sturz am 6. Oktober in ein Straßburger Krankenhaus gebracht worden, wo er zwei Tage lang behandelt wurde. Er sagte aus, er sei zuvor in einem Streit von seinem Parteikollegen Mike Hookem niedergeschlagen worden war. Hookem bestreitet diesen Vorwurf. Schulz sagte hingegen, nach der internen Untersuchung des Vorfalls im Europaparlament habe er keinen Grund, die Angaben Woolfes zu bezweifeln.

Woolfe aus Ukip ausgetreten

Woolfe selbst hatte zehn Tage nach dem Vorfall seinen Austritt aus der Ukip bekanntgegeben. Die Partei sei durch interne Machtkämpfe und "Stellvertreterkriege" zwischen rivalisierenden Lagern zerrissen, erklärte er zur Begründung. Sein Mandat im Europaparlament will er künftig als fraktionsloser Abgeordneter ausüben.

Woolfe galt als aussichtsreichster Kandidat für den Ukip-Parteivorsitz, nachdem die bisherige Ukip-Chefin Diane James nach nur 18 Tagen von dem Posten zurückgetreten war. Ihr Vorgänger Nigel Farage hatte den Parteivorsitz nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der EU abgegeben. Derzeit leitet er die Partei bis zur Wahl eines Nachfolgers wieder als Interims-Vorsitzender. (APA, 26.10.2016)

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