Eurowings-Flugbegleiter streiken am Donnerstag

26. Oktober 2016, 20:48
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Gewerkschaft Ufo will Details zum Streik bis 18 Uhr veröffentlichen – Jüngster Versuch einer Tarifeinigung in der Nacht gescheitert

Wien/Düsseldorf – Im Tarifstreit bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Germanwings hat die Kabinengewerkschaft Ufo ihre Mitglieder zu einem Streik an diesem Donnerstag aufgerufen. Der Ausstand sei von 0.00 Uhr bis 24.00 Uhr geplant, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Bei Eurowings sind die Standorte Düsseldorf und Hamburg betroffen, bei Germanwings zudem auch Köln, Dortmund, Hannover, Stuttgart und Berlin.

Damit ist nahezu das gesamte Europanetz der Lufthansa-Billig-Plattform Eurowings von Ausfällen und Verspätungen bedroht.

Auch Österreich könnte betroffen sein

Von dem Streik des Kabinenpersonals bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Germanwings könnten am Donnerstag auch zahlreiche Flüge von und nach Österreich betroffen sein. Beeinträchtigungen seien nicht auszuschließen, bisher gebe es aber keine Streichungen, teilte der Sprecher des Flughafens Wien am Mittwochabend auf Anfrage mit. Allein in Wien könnten bis zu 34 Flüge vom Streik betroffen sein.

Fluggästen werde daher empfohlen sich bei der jeweiligen Fluglinie zu informieren, hieß es. Eurowings werde in den kommenden Stunden einen Ersatzflugplan veröffentlichen. Von der Fluglinie Germanwings stehen für Donnerstag insgesamt 20 Flüge von und nach Wien auf dem Flugplan, alle von und nach Deutschland, Eurowings hat insgesamt 14 Flüge in sechs Destinationen geplant, nur zwei der Destinationen liegen jedoch in Deutschland.

Germanwings betreibt für die Plattform 58 Flugzeuge, die Eurowings bringt es auf 23 Jets. Zusätzlich sind noch ein knappes Dutzend Flugzeuge dazu gemietet, bei der Lufthansa-Tochter AUA registriert oder auf der Langstrecke eingesetzt. Diese können nicht bestreikt werden.

Tarifverhandlungen gescheitert

Bei der Germanwings seien die Tarifverhandlungen für Teilzeitregelungen der Flugbegleiter gescheitert, teilte die Gewerkschaft mit. Das habe die Tarifkommission der Ufo festgestellt. "Auf unser Forderungspaket wurde nicht eingegangen, mehrere Termine fielen ersatzlos aus und das "Angebot" der GWI zu Teilzeiten lässt eine Entlastung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht zu. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Interessen im Rahmen eines Arbeitskampfes durchzusetzen", sagte Ufo-Verhandlungsführerin Sylvia De la Cruz einer Mitteilung zufolge.

Der Streik bei Eurowings bezieht sich nach Ufo-Angaben auf die Tarifforderungen zum Vergütungstarifvertrag, Manteltarifvertrag, zur betrieblichen Altersversorgung, zum Mitarbeiterfonds und zur Arbeitsplatzsicherung. "Wir bedauern es sehr, dass es zu dieser Eskalation kommen musste. Die Verhandlungen sind jedoch an einen Punkt gekommen, an dem es zu einem Streik keine Alternative gibt. Besonders bei unseren Gästen möchten wir uns bereits jetzt für die entstehenden Unannehmlichkeiten entschuldigen", erklärte der Ufo-Tarif-Vorstand Nicoley Baublies.

Starke Konkurrenzgewerkschaft

Es ist fraglich, wie viele der derzeit rund 400 Eurowings-Flugbegleiter Ufo tatsächlich zu einem Streik bewegen kann, da auch die Konkurrenzgewerkschaft Verdi in der Belegschaft stark vertreten ist. Verdi hatte im September einen Warnstreik bei der Eurowings GmbH veranstaltet, in dessen Folge acht Flüge in Düsseldorf annulliert werden mussten.

In den Verhandlungen bis in den Mittwochmorgen hatte die Ufo nach eigenen Angaben zuletzt eine Schlichtung nach dem Vorbild der Eurowings-Mutter Lufthansa vorgeschlagen, wo unter Leitung des Ex-SPD-Politikers Matthias Platzeck Lösungen gefunden worden waren.

Die Eurowings-Geschäftsführung habe sich kurzfristig dazu nicht in der Lage gesehen und mitgeteilt, dass sie den Vorschlag prüfen werde, berichtete die Gewerkschaft. Bis zum Nachmittag sei keine Zusage erfolgt. Ufo-Verhandlungsführerin De la Cruz warf dem Unternehmen Verzögerungstaktik vor.

Eurowings beharrte seinerseits darauf, dass man zu allen offenen Tarifthemen eine Schlichtung angeboten habe. Den Flugbegleitern habe man bei einer Laufzeit von 39 Monaten Gehaltserhöhungen von durchschnittlich sieben Prozent und eine höhere Gehaltsstruktur angeboten. Für die Streikdrohung habe man daher kein Verständnis.

Personal-Geschäftsführer Jörg Beißel erklärte: "Während bei anderen Fluggesellschaften über Abbau gesprochen wird, sprechen wir über Wachstum und Tariferhöhungen in einem schwierigen Marktumfeld. Vor diesem Hintergrund appellieren wir an die Verantwortung der Ufo, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und lösbare Tarifkonflikte nicht auf dem Rücken unserer Kunden auszutragen."

Die Airline hat ihren Gästen kostenlose Umbuchungen und Stornierungen angeboten, falls ihr Flug betroffen sein sollte. Sicher nicht bestreikt werden die Langstreckenflüge der Marke. (APA, dpa, 26.10.2016)

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