VW-Abgasskandal: US-Richter genehmigt Vergleich

25. Oktober 2016, 18:39
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Einigung könnte Wolfsburger Konzern 14,7 Milliarden Dollar kosten

San Francisco – Richter Charles Breyer hat am Dienstag seine endgültige Zustimmung zu einem Vergleich von VW mit Autokunden und Behörden gegeben. Der Deal wird den deutschen Autokonzern 14,7 Milliarden Dollar (13,5 Milliarden Euro) kosten. Um zehn Milliarden Euro werden Kunden von Dieselfahrzeugen entschädigt, um 4,7 Milliarden Dollar werden Umweltprogramme finanziert. Der Autorückkauf soll im November starten, kündigte VW an.

VW hat in seinen Dieselfahrzeugen eine Software eingebaut, die den Verbrauch auf dem Prüfstand niedriger ausfallen ließ als im realen Betrieb. Der tatsächlich Ausstoß von Schadstoffen lag bis zum 40-Fachen des zulässigen Wertes.

Nun werden bis zu zehn Milliarden Dollar für die Rückkäufe und Entschädigung von Käufern von 475.000 Dieselfahrzeugen mit Zweilitermotoren ausgegeben. Sie sollen ihre Wagen nicht nur zurückkaufen oder umrüsten lassen können, sondern zusätzlich mit bis zu 10.000 Dollar entschädigt werden.

Teurer Kompromiss

Der Deal ist weltweit der teuerste Kompromiss, den jemals ein Autobauer mit Behörden schließen musste. Nimmt man noch Zahlungen an Händler, Staaten und Rechtsvertreter dazu, könnten die Ausgaben von VW auf 16,5 Milliarden Euro steigen.

Dabei ist noch nicht das Ende der Geschichte erreicht. Denn VW muss mit weiteren Milliardenkosten im Zusammenhang mit 85.000 Fahrzeugen mit 3,0-Liter-Motoren rechnen. Außerdem stehen Strafen des US-Justizministeriums für den Bruch von Umweltgesetzen noch aus. VW ist auch noch mit Klagen von 16 US-Bundesstaaten mit zusätzlichen Vorwürfen konfrontiert. Diese können die Kosten weiter hinauftreiben.

Richter Breyer betonte, der Kompromiss sei fair, da das Geld unmittelbar fließe und die Fahrzeughalter zusätzlich zum Marktwert des Fahrzeuges vor Ausbruch des Skandals weitere 5.000 bis 10.000 Dollar an Kompensation erhalten werden. Denke man an das Risiko eines langen Gerichtsverfahrens, sei dies ein fairer Deal.

Die abschließende Genehmigung sei "ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, die Dinge in den USA wieder in Ordnung zu bringen", sagte VW-USA-Chef Hinrich Woebcken.

85-Prozent-Quote

Bisher haben fast 340.000 VW-Besitzer ihre Teilnahme an dem Programm angekündigt, nur rund 3.500 haben sich dagegen entschieden. VW muss innerhalb von zwei Jahren zumindest 85 Prozent der betroffenen 475.000 Fahrzeuge zurückkaufen oder reparieren, sonst drohen weitere Strafzahlungen.

VW wird laut dem Deal in den nächsten drei Jahren 2,7 Milliarden Dollar aufwenden, damit staatliche Agenturen oder Agenturen der indigenen Bevölkerung alte Busse ersetzen oder eine Infrastruktur aufbauen können, um den Dieselverbrauch zu senken. 44 US-Bundesstaaten sollen 600 Millionen Dollar erhalten. VW wird auch 1,21 Milliarden Dollar an 652 VW-Händler zahlen.

VW hat bereits 900 Leute angestellt, um den Rückkauf abzuwickeln. Unter anderem soll sich bei jedem Händler eine Person damit beschäftigen. (APA, Reuters, 25.10.2016)

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