Van der Bellen: "Unversöhnlichkeit führt ins Verderben"

25. Oktober 2016, 12:59
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Der Präsidentschaftskandidat betont, wie wichtig ein neutraler Bundespräsident sei, und kritisiert Hofers Slogan als "geschmacklos"

Wien – Der Wahlkampf beginnt nun auch wieder für Alexander Van der Bellen. Bei seiner Rede anlässlich des Nationalfeiertags räumt der der ehemalige Grünen-Obmann und nun unabhängige Kandidat ein, dass er lieber als gewählter Präsident am Nationalfeiertag selbst zu der Bevölkerung geredet hätte.

Van der Bellen erinnert an den Beschluss der immerwährenden Neutralität vor 61 Jahren im Parlament. "Ein Neutraler kann dabei helfen, aufeinander zuzugehen", sagt der Hofburg-Anwärter. Er bemängelt, dass der Respekt füreinander verlorengegangen sei – das sei auch innenpolitisch deutlich sichtbar.

Diese Unversöhnlichkeit dürfe nicht weiter voranschreiten, unterschiedlichen Standpunkten müsse mit Respekt begegnet werden. "Jede Art von Unversöhnlichkeit führt ins Verderben", sagt Van der Bellen. Der Bundespräsident solle daher neutrale Positionen einnehmen, "keiner Partei angehören, keinem Parteichef und keiner Seilschaft oder Burschenschaft verpflichtet sein. Auch demokratische Institutionen und die Demokratie selbst dürfen dabei nicht in Zweifel gezogen oder lächerlich gemacht werden.

Hofers Slogan: "Unpassend und geschmacklos"

Kein Verständnis zeigt Van der Bellen für den Wahlkampfslogan seines Kontrahenten Norbert Hofer. Der freiheitliche Gottesbezug auf den Plakaten "So wahr mir Gott helfe" sei "unpassend und geschmacklos". Hofer riskiere damit, die religiösen Gefühle tausender Österreicher zu verletzen.

Noch weniger Verständnis hat der Präsidentschaftskandidat für FPÖ-Chef Heinz-Christian Straches Warnung vor einem Bürgerkrieg in Österreich. "Die freiheitliche Führung lässt wenige Gelegenheiten aus, Porzellan zu zerschlagen." Mit der Aussage, dass Österreich nicht sicher sei, gefährde Strache die österreichische Wirtschaft und damit auch Arbeitsplätze hierzulande. (mte, 25.10.2016)

  • Alexander Van der Bellen warnt vor einer Zunahme der Unversöhnlichkeit in Österreich.
    foto: apa/techt

    Alexander Van der Bellen warnt vor einer Zunahme der Unversöhnlichkeit in Österreich.

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