Razzien gegen Islamistenszene in fünf deutschen Bundesländern

25. Oktober 2016, 11:28
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Medien berichten über Antiterroreinsatz mit SEK-Unterstützung. Derzeit laufen Einsätze in Hamburg, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern

Jena – Am Dienstag sind in fünf deutschen Bundesländern Polizeieinsätze durchgeführt worden. Insgesamt wurden zwölf Wohnungen und eine Gemeinschaftsunterkunft in Thüringen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern durchsucht, berichtete das Thüringer Landeskriminalamt.

Die Staatsanwaltschaft in Gera habe das LKA-Thüringen bereits 2015 mit Ermittlungen gegen einen 28-jährigen Tschetschenen mit russischer Staatsbürgerschaft beauftragt, berichtet "Spiegel Online". Es gebe den Verdacht auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Der Beschuldigte soll geplant haben, sich der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) anzuschließen. Neben dem Beschuldigten gibt es noch den Verdacht der Terrorfinanzierung gegen zehn weitere Männer und drei Frauen aus Thüringen, Hamburg und Dortmund. Alle Beschuldigten sind laut "Spiegel Online" Asylsuchende mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus in Deutschland. Eine konkrete Anschlagsgefahr habe es nicht gegeben.

Einsätze in Thüringen

In Thüringen gab es an mehreren Orten koordinierte Einsätze der Polizei, berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Unter anderem wurden mit Unterstützung des Spezialeinsatzkommandos SEK in Jena und Suhl Razzien durchgeführt. Dabei soll auch ein Sprengstoffsuchhund zum Einsatz gekommen sein. Der MDR berichtete mit Berufung auf Sicherheitskreise, der Hintergrund des Einsatzes sei ein Terrorverdacht.

In Suhl soll eine Person festgenommen worden sein. Ob es sich bei der Festnahme um den Hauptbeschuldigten, den 28-jährigen Tschetschenen, handelt, ist nicht bekannt. Auch ein weißes Pulver soll sichergestellt worden sein, wobei es sich nicht um Drogen gehandelt habe. Weitere Einsätze wurden in Hildburghausen und Schmalkalden durchgeführt. (red, 25.10.2016)

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