Tirol: Personen in Clownskostümen attackierten 19-Jährigen

25. Oktober 2016, 08:19
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Wurde laut eigenen Angaben mit Baseballschläger angegriffen – Jugendliche verletzte sich bei Flucht in Steiermark – Kostümierter 16-Jähriger in Berlin mit Messer verwundet

Schwaz/Mürzzuschlag/Berlin – Die in den USA regelmäßig vor Halloween auftretenden "Horror-Clowns" treiben vermehrt auch in Österreich ihr Unwesen. Drei von ihnen haben in der Nacht auf Sonntag im Ortszentrum der Tiroler Gemeinde Schwaz einen 19-Jährigen attackiert, teilte die Polizei am Dienstag mit. Dabei sprangen zwei Personen aus einem Gebüsch und gingen auf den Mann los. Als dieser flüchtete, wurde er laut eigenen Angaben von einem weiteren "Clown" mit einem Baseballschläger angegriffen.

Der Tiroler wurde verletzt. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Exekutive verlief ergebnislos. Die Ermittlungen waren im Gange.

Jugendliche in Tirol verletzt

Im obersteirischen Mürzzuschlag ist eine 16-Jährige am Montagabend auf der Flucht vor einem Unbekannten mit Clownmaske verletzt worden. Dies teilte die Landespolizeidirektion am Dienstag mit. Eine Fahndung verlief negativ, die Polizei bittet die Bevölkerung bei der Suche nach dem Täter um Mithilfe.

Das Mädchen aus dem Bezirk Bruck-Mürzzuschlag war gegen 19.30 Uhr gemeinsam mit einer 15-Jährigen und einem 20-Jährigen beim Tiefgaragenzugang am Sparkassenplatz unterwegs gewesen. Plötzlich wurde sie von einem Mann, der mit einem rot-orangen, weit geschnittenen Kurzarm-T-Shirt bekleidet war und eine sogenannte "Grusel-Clown"-Maske trug, erschreckt. Sie lief in Richtung Jaklinplatz davon und stürzte über die dort befindliche Treppe. Dabei erlitt sie eine Verstauchung im Bereich des linken Sprunggelenkes. Sie wurde im LKH Mürzzuschlag behandelt. Die Polizeiinspektion Mürzzuschlag bittet um sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 059133 6250.

14-Jähriger stach in Berlin zu

In Berlin hat indes ein als Clown verkleideter 16-Jähriger am Montagabend mit einem Hammer eine Gruppe Jugendlicher bedroht und ist daraufhin mit einem Messer niedergestochen worden. Der 16-jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Der 14 Jahre alte Täter leistete noch Erste Hilfe, bevor der Krankenwagen kam, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Nach der Tat stellte sich heraus, dass sich die beiden Jugendlichen aus der Nachbarschaft kannten. Der Messerstecher wurde zunächst festgenommen, dann aber seinen Eltern übergeben.

"Gestern Abend ist das passiert, was wir immer befürchtet haben, dass das Ganze eskaliert ist", sagte der Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf nach einer Reihe von Übergriffen durch sogenannte "Horrorclowns". Neuendorf betonte, es könne eine Straftat sein, wenn man Menschen zu Tode erschrecke, "das kann eine Körperverletzung sein". Nach den ganzen Vorfällen mit Clowns sollten die Menschen zu Halloween auf Clownskostüme verzichten, meinte Neuendorf.

Hinter diesen Attacken steckten zum Teil sadistische Absichten. Sie seien "ein völlig neues Phänomen, das Grenzen – auch strafrechtlicher Art – überschreitet", sagte Harald Dreßing, Leiter der Forensischen Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Nach Dreßings Einschätzung sind unter den "Horrorclowns" auch destruktive Menschen mit sadistischen Motiven: "In allen Beispielen wird Macht über eine andere Person ausgelebt." Charakteristisch sei, dass die Macht über vermeintlich Schwache wie Kinder und Ältere ausgeübt werde. (APA, 25.10.2016)

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