IOC greift Whistleblowerin Stepanowa unter die Arme

24. Oktober 2016, 19:07
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Finanzielle Hilfe für Mittelstrecken-Läuferin und ihren Mann, beide lieferten Beweise für systematisches Doping in russischer Leichthathletik

Lausanne – Nach einem Treffen von IOC-Präsident Thomas Bach mit Julia und Witali Stepanow, die als Kronzeugen Beweise für systematisches Doping in der russischen Leichtathletik lieferten, erfährt das Ehepaar nun Unterstützung von IOC-Seite. Stepanow, Exmitarbeiter der russischen Anti-Doping-Agentur, wird IOC-Berater im Bereich Dopingkontrolle, seine Frau, eine Mittelstreckenläuferin, wird gefördert, um die Karriere fortsetzen zu können. Nebenbei erspart sich das IOC viel negative Publicity.

Die Stepanows zeigten sich glücklich und erleichtert über die Ergebnisse des Treffens. "Wir sind sehr froh, dass wir jetzt in der Lage sind, Doping weiter zu bekämpfen und unsere Erfahrungen in Russland und als Whistleblower mit einzubringen", sagte Stepanow insidethegames.biz. Er fügte hinzu, dass er den Eindruck habe, es sei ein "echter Wunsch" des IOC, ihm und seiner Frau zu helfen und "Julias Karriere als saubere Athletin zu unterstützen".

Ein IOC-Sprecher bestätigte, dass das Treffen bereits im September stattgefunden habe. Stepanowa erhalte "finanzielle und sonstige Unterstützung, damit sie ihre sportliche Karriere fortsetzen und möglicherweise einem Nationalen Olympischen Komitee beitreten kann".

Von Olympia fern gehalten

Das IOC hatte Stepanowa (30) am 24. Juli, knapp zwei Wochen vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele, das Startrecht für Rio verweigert, da sie aufgrund des Gebrauchs verbotener Mittel "nicht die ethischen Anforderungen" für einen Start erfüllt habe. Diese Entscheidung stieß weltweit auf harsche Kritik. N

Von der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS kurz vor den Spielen, eine generelle Rio-Sperre aller russischen Sportler mit Dopingvergangenheit durch das IOC zu kippen, profitierte Stepanowa nicht, da sie als "neutrale Athletin" ohne Zugehörigkeit zu einem NOK keinen Anspruch auf einen Start hatte.

Das IOC hatte sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, mit der "Lex Stepanowa" und der Ausbootung der Leichtathletin Russland sich die für die Olympier peinliche Anwesenheit Stepanowas in Rio ersparen zu wollen. Während der Wettkämpfe hatten sich Stepanowa und ihr Ehemann, der als ehemaliger Mitarbeiter der russischen Anti-Doping-Behörde bei der Aufdeckung des Staatsdopingsystems seiner Heimat beteiligt gewesen war, in einer Videokonferenz an die Öffentlichkeit gewandt und das IOC scharf kritisiert.

Stepanowa, die mit ihrer Familie in die USA geflüchtet war und dort an einem unbekannten Ort lebt, sagte damals: "Wenn uns etwas passiert, sollten alle wissen, dass dies kein Unfall ist." Witali Stepanow meinte, er und seine Frau hätten nie damit gerechnet, dass sich "das IOC an die Seite der korrupten russischen Funktionäre stellt". Das IOC habe nie versucht, Hintergründe des Falls zu verstehen. (sid, red, 24.10. 2016)

  • Lebt an unbekanntem Ort: Familie Stepanow.
    foto: reuters/downing

    Lebt an unbekanntem Ort: Familie Stepanow.

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