Salzburger Stau zwischen Stadt und Land

24. Oktober 2016, 15:20
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Während die Landeshauptstadt im Verkehrschaos versinkt, richten sich Bürgermeister und Verkehrslandesrat ihre Lösungsansätze über die Medien aus

Salzburg – Das Stauchaos lässt Salzburg nicht mehr los. Nachdem in den letzten Wochen mehrmals der Verkehr in der Landeshauptstadt komplett zum Erliegen gekommen ist, sind Stadt und Land dabei, Notfallpläne zu schmieden. Verkehrslandesrat Hans Mayr (parteifrei) und der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) richten sich die möglichen Maßnahmen zur Bewältigung des Problems über die Medien aus. Ein gemeinsames Arbeitstreffen gab es noch nicht.

Am Montag stellte also Hans Mayr seine Lösungsansätze vor, nachdem Heinz Schaden am Freitag sein Öffi-Paket – mit ein paar neuen Busspuren, Verlängerung einiger Linien und einem günstigeren Jahresticket – präsentierte. "Das Fass ist voll", sagt Mayr. Die Situation sei nur zu lösen, indem die Anzahl der Fahrzeuge des motorisierten Individualverkehrs gesenkt wird.

Mehr Park-and-Ride-Plätze

Mayrs Ansatz: 1000 zusätzliche Park-and-Ride-Plätze am Stadtrand, neue Busspuren, ebenfalls ein 365-Euro-Ticket ab Sommer sowie die Verlängerung der O-Buslinien in die Umlandgemeinden und Maßnahmen gegen den ruhenden Verkehr – also Beschränkungen beim Parken in der Stadt.

Also zeigen sich doch einige Überschneidungen. Für eine gemeinsame Pressekonferenz hat es aber nicht gereicht. Mayr richtet der Stadt lieber Maßnahmen in ihrer Zuständigkeit, wie etwa veränderte Verkehrsführungen, aus und delegiert gemeinsame Zuständigkeiten, wie etwa die Verlängerung der O-Buslinien in die Umlandgemeinden, an die Stadt.

Land steht hinter Euregio-Bahn

Auch die Stadt-Regional-Bahn packte Mayr wieder aus. Ohne diese könne in der Landeshauptstadt der Quantensprung im öffentlichen Verkehr nicht vollzogen werden. Das Land stehe geschlossen hinter der Euregio-Bahn, die unterirdisch durch die Stadt Salzburg führen soll. Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden bemängelte immer wieder die undurchsichtigen Kosteneinschätzungen.

Mayr betonte, der mediale Mitteilungsprozess solle nun abgeschlossen sein. "Wir müssen uns an den Arbeitstisch setzen", sagt Mayr. Wenn nötig, will sich auch der Obmann des Vereins Forum Mobil, Peter Haibach, als Brückenbauer zwischen Stadt und Land einbringen. Vorderstes Ziel müsse ein Dreißig-Minuten-Takt für die bestehenden Buslinien, die in die Stadt fahren, sein, betonte Haibach. Als Beispiel nennt er den Musterkorridor der Buslinie 150 nach Bad Ischl. Seit Jahren werden mehr Busse angekündigt, aber noch immer gibt es sie nicht. Auch der Salzburger Gemeinderat beschäftigt sich in seiner Sitzung am Dienstag mit der Mobilität der Zukunft.

S-Bahn für den Pinzgau

Auch für den Pinzgau und Lungau hat Mayr eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs angekündigt. So soll etwa in den kommenden drei Jahren die lang angekündigte S-Bahn oder eine Verlängerung der S3 nach Saalfelden entstehen. Auch eine Entlastungsstraße für Zell am See soll bis 2019 gebaut werden, nachdem der Hochwasserschutz fertiggestellt ist. (Stefanie Ruep, 24.10.2016)

  • Der O-Bus soll's richten: Weitere Busspuren und ein günstigeres Jahresticket sehen sowohl Stadt als auch Land als Lösungsansatz zur Staumisere.
    foto: salzburg ag

    Der O-Bus soll's richten: Weitere Busspuren und ein günstigeres Jahresticket sehen sowohl Stadt als auch Land als Lösungsansatz zur Staumisere.

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