Mazher Mahmood: "Fake Sheikh" zu 15 Monaten verurteilt

23. Oktober 2016, 18:08
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Der britische Undercover-Reporter muss ins Gefängnis, weil er Beweise gefälscht hat

London – Der britische Undercover-Reporter Mazher Mahmood muss nach Manipulationen von Beweisen um die Sängerin Tulisa Contostavlos für 15 Monate ins Gefängnis. Mahmood, Aufdeckerjournalist bei "News of the World", wurde als "Fake Sheikh" berühmt, weil er mit falschem Namen seinen Rechercheobjekten Fallen stellte und ihnen Geständnisse abringen konnte, nach denen sie nicht selten im Gefängnis oder doch zumindest im öffentlichen Urteilt landeten. Mit der Methode brachte er Drogen- und Waffenhändler, aber auch Pädophile zur Strecke.

Nun hat ein britisches Gericht Mahmood ("King of Sting") verurteilt, weil er die Justiz mit einem gefälschten Polizeistatement im Fall des Drogenmissbrauchs der Popsängerin und TV-Moderatorin Tulisa Contostavlos täuschen habe wollen. Mahmood gab sich im Jahr 2013 ihr gegenüber als Bollywood-Regisseur ausgegeben und habe Treffen arrangiert, bei denen er Contostavlos mit der Aussicht auf eine Filmrolle mit Leonardo di Caprio Kokain mit der Anschaffung von Kokain beauftragte. Die Geschichte wurde als große Aufdeckerstory gedruckt.

2014 wurde die Klage abgewiesen, weil der Verdacht bestand, dass Mahmood das Gericht belogen habe, um gefälschte Beweismittel zu verbergen. Auch Mahmoods Fahrer muss für zwölf Monate in Haft.

Laut Guardian könnte das erst der Anfang einer Klagskette gegen Mahmoods Arbeitgeber "News of the World" und dessen Mutter News Corp sein: Das Medienunternehmen ist offenbar mit mehr als 45 Zivilklagen konfrontiert. Man wolle den Reporter "mit allen Kräften verteidigen", kündigte eine Sprecherin an. (red, 23.10.2016)

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