Prix Europa an isländisch-deutsche Krimiserie "Trapped"

23. Oktober 2016, 15:37
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Bestes Drama: "Nobel" aus Norwegen über Afghanistankrieg, bester Dokumentarfilm "#MyEscape" – ORF-"Vorstadtweiber" gehen leer aus

Berlin – Am Freitagabend wurden im Berliner Haus des Rundfunks zum 30. Mal die Prix-Europa-Medienpreise vergeben. 13 bronzene Stiere gingen in zehn verschiedene Länder, der ORF – mit vier Einreichungen vertreten, ging leer aus. Die Fernsehserie Vorstadtweiber", das digitale Radioprojekt "#HowtobeanAustrian", das Hörspiel "Die Juden" und das Ö1-Feature über einen Samenspender konnten die 270 Fachjuroren letztlich nicht überzeugen.

Die Prix Europa-Medienpreise sind mit insgesamt 78 000 Euro dotiert.

Beste Fernsehserie wurde die isländisch-deutsche Koproduktion "Trapped" des isländischen Erfolgsregisseurs Baltasar Kormákur. Der Krimi, in dem mysteriöse Mordfälle inmitten der faszinierenden Natur Islands aufgeklärt werden, soll im kommenden Jahr im ZDF ausgestrahlt werden.

Bestes Fernsehdrama wurde der norwegische Mehrteiler "Nobel" über politische Wirren und Manipulationen im Afghanistankrieg.

Den Sonderpreis Prix Genève für den besten Newcomer unter Drehbuchautoren trug der Deutsch-Kosovare Visar Morina für sein Familiendrama "Babai – Mein Vater" davon.

Bester interkultureller Film darf sich die britische Produktion "Watani: My Homeland" nennen über eine syrische Familie auf der Flucht.

Bei den TV-Dokumentationen gewann "Mission Investigate: The Panama Papers" aus Schweden.

Die Dänen überzeugten mit "Queen of the Night" in der Kategorie Radiodokumentation mit der Geschichte einer Frau, die einen ganz besonderen Fetisch für männliche Orchestermusiker hat.

Den Titel bester Dokumentarfilm dürfen sich der WDR, die Deutsche Welle und Berlin Producers für ihre Koproduktion "#MyEscape" teilen. Hier erzählen Flüchtlinge selbst von ihrer Flucht mit Hilfe von Handy-Videos.

Mit den Recherchen zu "Documentary on One: The Case That Never Was" heimsten die Iren die Auszeichnung als beste Radioinvestigation ein

Im Hörspiel überzeugte Estland die Jury mit der existentialistischen Klangkomposition "Things" und auch die beste Hörspielserie, "Young Beautiful Monsters" aus Belgien, verwebt Stimmen und Sound zu einem Kunstwerk.

"Philip Glass: Taxi Driver", das britische Gewinnerstück in der Kategorie Radio-Musik, nimmt die Hörer mit in ein spannende Paralleluniversum des berühmten Komponisten

In der neuen Kategorie Digital Audio gewannen die Dänen mit der Podcast-Serie "The Ringbinder Assassin" über einen ungeklärten Mordfall aus den 1980er Jahren.

Bestes Online-Projekt wurde das französische Virtual Reality Projekt "Notes on Blindness", das emotional und kognitiv erlebbar macht, wie es ist, blind zu sein.

Der neue Community Award, über den im Internet abgestimmt werden konnte, ging an das finnische Echtzeit-Rollenspiel "#Livetitanic", welches auf Twitter die Geschichte des berühmtesten Schiffbruchdramas der Welt mit fiktiven Charakteren nacherzählt.

Der Lifetime Achievement Award für besondere Verdienste in der europäischen Medienlandschaft ging im Jubiläumsjahr erstmals nicht an eine Person, sondern an den europäischen Kulturkanal Arte.

Vor den rund 600 geladenen Gästen aus Politik und Medien forderte Prix-Europa-Präsidentin Cecilia Benkö Lamborn in einer eindringlichen Rede dazu auf, stärker für die Pressefreiheit weltweit zu kämpfen. Presse-, Meinungs- und Redefreiheit seien von grundlegender Bedeutung für das Fortbestehen von demokratisch-rechtsstaatlichen Staatssystemen. "Gesellschaften ohne eine intakte Medienlandschaft sind ein Nährboden für politische Radikalisierung", so Benkö Lamborn.

Eine Woche lang befassten sich rund 1000 Medienschaffende aus allen Ecken des Kontinents mit den 231 nominierten Beiträgen aus 24 Ländern. Rund 270 Jurymitglieder haben durch ergebnisoffene Debatten und individuelle Bewertung über die besten Fernseh-, Radio- und Online-Produktionen entschieden.

Die 13 kategoriegebundenen Preise sind mit je 6000 Euro dotiert. Der Lifetime Achievement Award und der Community Award sind Ehrenpreise. Ausschnitte aller Gewinnerfilme sowie die Jurybegründungen sind auf der Homepage des Prix Europa zu sehen. Die Preisverleihung steht als Video on demand auf rbb-online.de/prixeuropa zur Verfügung und wird von Tagesschau24 am 23.10.2016 um 01:20 Uhr ausgestrahlt.

  • Die isländisch-deutsche Koproduktion Trapped wurde mit dem Medienpreis Prix Europa als beste Fernsehserie ausgezeichnet.
    foto: zdf

    Die isländisch-deutsche Koproduktion Trapped wurde mit dem Medienpreis Prix Europa als beste Fernsehserie ausgezeichnet.

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