Frankreichs Sozialisten-Chef sieht keine Chance auf Wahlsieg

22. Oktober 2016, 17:45
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Auch Einzug in Stichwahl unwahrscheinlich – Hollande hat Wiederantreten offengelassen

Paris – Die sozialistische Partei des französischen Präsidenten Francois Hollande macht sich derzeit keinerlei Hoffnungen auf einen Sieg bei den Wahlen im kommenden Jahr. Keiner der potenziellen Kandidaten könne die Konservativen schlagen, räumte Parteichef Jean-Christophe Cambadelis in einem am Samstag veröffentlichten Interview der Zeitung "La Nouvelle Republique" ein.

Vermutlich würde es niemand aus seinen Reihen überhaupt in die zweite Runde schaffen. Cambadelis rief seine Partei auf, sich geschlossen hinter den Kandidaten zu stellen, der als Sieger aus den internen Vorwahlen hervorgehe. Trotz aller Differenzen sollten die Sozialisten geschlossen auftreten.

"Feiglinge"

Die Regierungspartei ist tief gespalten, und Amtsinhaber Hollande hat bisher offengelassen, ob er sich um einen Verbleib im Elysee-Palast bemüht. In Umfragen liegt er in der Wählergunst weit abgeschlagen. Seine Chancen auf einen Sieg schrumpften angesichts umstrittener Zitate zuletzt weiter. Zwei angesehenen Journalisten von "Le Monde" zufolge soll Hollande Justizvertreter als "Feiglinge" bezeichnet und Frankreich ein "Problem mit dem Islam" attestiert haben. Sozialistische Abgeordnete drängen inzwischen Ministerpräsident Manuel Valls dazu, anstelle von Hollande zu kandidieren.

Experten rechnen mit Blick auf die jüngsten Umfrageergebnisse damit, dass die Konservativen den nächsten Präsidenten stellen werden. Um die Kandidatur des Mitte-Rechts-Lagers buhlen mehrere erfahrene Politiker, darunter der frühere Ministerpräsident Alain Juppe und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Es wird damit gerechnet, dass es in der zweiten Runde auf eine Stichwahl zwischen einem Konservativen und Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National hinausläuft. (APA/Reuters, 22.10.2016))

  • Jean-Christophe Cambadelis mit seinem Präsidenten François Hollande.
    foto: reuters/sakutin

    Jean-Christophe Cambadelis mit seinem Präsidenten François Hollande.

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