Hirscher will den "Franzosen Paroli bieten"

22. Oktober 2016, 17:30
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Auftakt zum Kampf um RTL-Kugel – Ligety gibt Comeback – Leitinger reiste mit "sehr gutem Gefühl" an

Sölden – Riesentorlauf-Olympiasieger und -Weltmeister Ted Ligety gibt am Sonntag im Saison-Auftakt-Riesentorlauf auf dem Rettenbachferner (10.00/13.00 Uhr/live ORF eins) sein Comeback. Als fünffacher Kugelgewinner fordert der US-Amerikaner Titelverteidiger Marcel Hirscher heraus, der sich vor dem Sölden-Rennen zurückhaltend gab. Weitere Favoriten sind die Franzosen und der Norweger Henrik Kristoffersen.

Nach drei Erfolgen en suite durch Ligety von 2011 bis 2013 hatte Hirscher 2014 in Sölden dessen Vormachtstellung durchbrochen, 2015 schlug Ligety wieder zurück. Im Jänner 2016 kam nach einem im Training erlittenen Kreuzbandriss dann das Saison-Aus für den Amerikaner. "Bei wie viel Prozent ich schon wieder bin, ist schwer zu sagen. Ich habe keine Schmerzen mehr, aber ich habe nicht so viel trainieren können wie in den Jahren davor", sagte der 32-Jährige, der 24 Weltcup-Riesentorläufe gewonnen hat.

Vor Sölden gab er sich "super motiviert". Er habe bereits so viel Erfolg auf dem Hang gehabt und fühle sich wohl. Das tut auch der Vorjahrs-Fünfte am Gletscher, der Franzose Alexis Pinturault. Er fightete im Saisonfinish im März gegen Hirscher um die kleine Kugel, heuer will er einen neuerlichen Anlauf nehmen. Er war Zweiter der Disziplinwertung vor Kristoffersen und den weiteren Franzosen Mathieu Faivre und Victor Muffat-Jeandet.

"Das wird heuer ein ganz harter Kampf", sagte Pinturault voraus. "Wir wollen den Franzosen Paroli bieten", weiß auch ÖSV-Herren-Chef Andreas Puelacher, wer die größten Gegner werden könnten.

Pinturault trumpfte ab Mitte Februar mit vier Siegen und zwei zweiten Rängen in Folge auf. "Ab Hälfte der Saison hat er was gefunden, dass ihn sauschnell gemacht hat. Was, kann ich nicht beurteilen", meinte der dreifache Kugelgewinner Hirscher rückblickend.

Zu früh

Er zeigte sich vor dem Auftakt "nervös", Sölden komme für ihn "zu früh". Das Training in Schnalstal scheint ihn aber entscheidend weitergebracht zu haben, nun hofft er auf einen ordentlichen Einstieg.

Österreich schickt ein zehnköpfiges Team ins Rennen, wobei hinter dem Antreten des an Rückenproblemen laborierenden Manuel Feller noch ein Fragezeichen stand. Nach seinem starken Saison-Finish mit drei Top-Sechs-Rängen darf man gespannt auf den Auftakt von Riesentorlauf-Spezialist Philipp Schörghofer sein. "Ich will meine Sölden-Bilanz aufbessern und da weitermachen, wo ich aufgehört habe. Top sieben wäre okay. Ich möchte alles riskieren, dann ist auch alles möglich", sagte der mit 33 Jahren älteste ÖSV-Athlet am Sonntag.

Mit großer Vorfreude reiste Roland Leitinger an, der 2015 als Sechster überraschte und sein bisher bestes Weltcupergebnis erzielte. Drei weitere Male war er im Verlauf der Saison in Riesentorläufen noch in den Top-14 und als Gesamt-24. hinter Branchen-Primus Hirscher, Schörghofer (8.) und Feller (13.) viertbester Österreicher.

"Ich bin mit einem sehr guten Gefühl hierhergekommen. Man hat es immer im Hinterkopf, aber man muss es gegen die Gegenwart austauschen und das Gute mitnehmen", sagte der 25-jährige Salzburger. "Ich habe das Paket beinander, dass es funktionieren kann, ich will mich empfehlen."

ÖSV-Aufgebot

Nach der Saison habe er niedergeschrieben, was er bessermachen will und viel mit dem Material gemacht. "Schörgi ist mein Markenkollege, da kann ich einiges rausholen. Er ist ein guter Maßstab, er gibt das Tempo vor", sagte Leitinger über den im Training so starken Schörghofer.

Auf einen deutlichen Schritt im Riesentorlauf hofft der Jüngste im Bunde. Der 21-jährige Marco Schwarz startete in der Vorsaison im Slalom durch, will dort den kommenden Winter unter den Top-Fünf abschließen. "Im Riesentorlauf ist auch einiges weitergegangen, da will ich mich unter den 30 etablieren." Sölden kennt er nur von seinem Vorläufer-Einsatz vor einem Jahr. "Da hat mir der Hang nicht so schlecht getaugt, ich freue mich auf Sonntag", sagte der Kärntner. (APA, 22.10.2016)

ÖSV-Herren-Aufgebot für den Weltcup-Riesentorlauf am Sonntag in Sölden:

Marcel Hirscher, Christoph Nösig, Philipp Schörghofer, Stefan Brennsteiner, Marco Schwarz, Roland Leitinger, Vincent Kriechmayr, Manuel Feller, Christian Hirschbühl, Marcel Mathis.

  • Marcel Hirscher soll es wieder richten.
    foto: apa/techt

    Marcel Hirscher soll es wieder richten.

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