Metaller-KV: Gewerkschaften wollen am Montag Sack zu machen

21. Oktober 2016, 14:20
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FMMI-Obmann Knill: "Überzogene Forderungen und Drohungen" helfen weder Standort, noch Mitarbeitern

Wien – Am kommenden Montag (24.) gehen die Kollektivvertragsverhandlungen für die knapp 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie in die dritte Runde. Die Arbeitnehmervertreter pochen auf eine Einigung und drohten heute vorsorglich schon mit gewerkschaftlichen Maßnahmen. Sie fordern ein Lohn- und Gehaltsplus von drei Prozent, im Vorjahr gab es einen Zuwachs von 1,5 Prozent.

Christian Knill, Obmann des Fachverbandes der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI), reagierte darauf heute mit einem Appell zur Sachlichkeit. "Mit überzogenen Forderungen und Drohungen helfen die Gewerkschaften weder dem Standort, noch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Realitätsfremde Forderungen sind ein Jobkiller für viele Klein- und Kleinstunternehmen in unserer Branche. Wenn wir tatsächlich etwas für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Metallindustrie weiterbringen wollen, müssen wir längerfristig denken und die sachliche Basis in den Verhandlungen beibehalten", so Knill zur APA.

Mitarbeiter an der Reihe

Dem halten die Verhandlungsführer auf Gewerkschaftsseite, Rainer Wimmer (Pro-GE) und Rudi Wagner (GPA), entgegen: "Knapp 70 Prozent der Jahresüberschüsse in der Metallindustrie wurden an die Eigentümer bzw. Muttergesellschaften ausgeschüttet. Nun sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an der Reihe, die durch ihre harte Arbeit die Gewinne möglich gemacht haben."

Die heurigen KV-Abschlüsse lagen bisher meist im Bereich von 1,3 bis 1,5 Prozent. Ein Ausreißer war zuletzt das Güterbeförderungsgewerbe, das mit einem Plus von 2,7 Prozent abschloss. Diese Branche klagt über einen Fahrermangel. Der letzte Industrieabschluss – jener der Brauer – lag bei 1,25 Prozent. Der Mindestlohn in der Metallindustrie beträgt 1.750 Euro brutto. Im Handel, der am vergangenen Mittwoch die KV-Verhandlungen gestartet hat, liegt der Mindestlohn für die rund 500.000 Beschäftigten bei 1.500 Euro brutto.

Freizeitoption

Bei dem traditionell zähen Feilschen der Metaller geht es nicht nur um eine Gehaltserhöhung, sondern auch um die von den Arbeitnehmervertretern geforderten Freizeitoption – also mehr Freizeit bei Verzicht auf die IST-Lohnerhöhung. Die Arbeitgeber lehnen dies ab. In anderen Industriebereichen, wie der Elektro- und Elektronikindustrie, ist die Freizeitoption seit einigen Jahren Standard. Die "Elektriker" schlossen im Frühjahr mit einem Lohnplus von 1,4 Prozent ab.

Weiters fordern die Gewerkschaften eine Woche bezahlte Prüfungsvorbereitungszeit im Rahmen einer facheinschlägigen Weiterbildung, die gänzliche Vergütung der Lehrlingsfahrtkosten zum Berufsschulinternat, einen Papamonat und die vollständige Anrechnung von Karenzen und Familienzeitboni für alle dienstzeitabhängigen Ansprüche

Neben den Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie verhandeln derzeit auch die gut 60.000 Beschäftigten der fünf anderen Metallindustrie-Verbände sowie die 200.000 Arbeiter und Angestellte des Metallgewerbes.

Verhandelt wird, wie immer, in der WKÖ-Zentrale im 4. Wiener Gemeindebezirk. Sollte es in der dritten Runde zu einer Einigung kommen, dann wohl erst spät in der Nacht. Im Vorjahr haben beide Seiten in der letzten Runde 24 Stunden gefeilscht. (APA, 21.10.2016)

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