Natalie Portman oder Dalai Lama: Überraschende Autoren psychologischer Papers

22. Oktober 2016, 12:00
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Zwei Psychologen und "Trivia-Nerds" haben eine ungewöhnliche Liste zusammengestellt

Binghamton/Atlanta – Forscher der Binghamton University im US-Bundesstaat New York und der Emory University in Atlanta, Georgia, haben eine Untersuchung der etwas anderen Art durchgeführt: Sie durchforsteten die Archive nach psychologischen Publikationen, in denen Menschen (und in einem Fall auch ein Vertreter einer anderen Spezies) als Koautoren angeführt werden, die man nicht unbedingt in diesem Kontext erwarten würde.

Die beiden Psychologen Scott O. Lilienfeld und Steven Jay Lynn bezeichnen sich selbst als Nerds in Sachen Psychologie-Trivia. Gemäß dem Titel ihres Papers ("Du errätst nie, wer das geschrieben hat") konfrontierten sie einander mit ihren jeweiligen Funden und filterten insgesamt 78 heraus, die allgemein als die überraschendsten empfunden wurden. Autobiografische Bücher, in denen Prominente wie etwa die Schauspielerin Brooke Shields ihre Lebens- und Leidensgeschichten erzählen, wurden dabei übrigens nicht berücksichtigt.

Die Liste

Die übriggebliebene Liste ist dennoch lang. Sie reicht vom Dalai Lama, der 2008 als Koautor des Papers "Emotional awareness: Overcoming the obstacles to psychological balance and compassion" fungierte, über Politiker und Sportler bis zu Wissenschaftern aus völlig anderen Disziplinen wie Albert Einstein oder dem Physiker Freeman Dyson.

Dazu kommen Schauspieler wie Colin Firth, "Friends"-Darstellerin Lisa Kudrow oder Hollywoodstar Natalie Portman: Kudrow hat einen Bachelor in Biologie gemacht, Portman in Psychologie. Ihrer derzeitigen Rolle als "Amy" in "The Big Bang Theory" wird Mayim Bialik gerecht, die auch in der Realität einen Doktor in Neurowissenschaften vorzuweisen hat und ebenfalls auf der Liste vertreten ist.

Der außergewöhnlichste "Koautor" von allen dürfte aber Kanzi sein, ein männlicher Bonobo, der durch seinen Gebrauch von Symbolen und Zeichensprache weltberühmt wurde – nächste Woche feiert er übrigens seinen 36. Geburtstag. 2007 wurde er als Koautor der Studie "Welfare of apes in captive environments: Comments on, and by, a specific group of apes" geführt, in der er wohl für das "by" zuständig war.

Die vollständige Liste, die Lilienfeld und Lynn zusammengetragen haben, finden Sie hier:

--> Perspectives of Psychological Science: "You’ll Never Guess Who Wrote That. 78 Surprising Authors of Psychological Publications"

(jdo, 22. 10. 2016)

  • Steht vor der Kamera, seit sie 12 war, hat aber dennoch in Harvard einen Bachelor in Psychologie gemacht: Natalie Portman.
    foto: reuters/keith hamshere/lucasfilm

    Steht vor der Kamera, seit sie 12 war, hat aber dennoch in Harvard einen Bachelor in Psychologie gemacht: Natalie Portman.

  • Ein Fall von Idealbesetzung: Mayim Bialik ist im realen Leben wie auch in ihrer "BBT"-Rolle als Amy Farrah Fowler Doktorin der Neurowissenschaften.
    foto: rich fury/invision/ap

    Ein Fall von Idealbesetzung: Mayim Bialik ist im realen Leben wie auch in ihrer "BBT"-Rolle als Amy Farrah Fowler Doktorin der Neurowissenschaften.

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