Absolventenstudie: Mint-Studenten am erfolgreichsten

21. Oktober 2016, 12:38
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Suchen am kürzesten nach Job und erhalten höchstes Gehalt – Uni Wien ließ Karrierewege analysieren

Wien – Ein Studienabschluss ist nach wie vor ein Garant für einen schnellen Berufseinstieg und ein hohes Einstiegsgehalt. Das zeigt das von der Uni Wien zusammen mit der Statistik Austria erstellte neue "AbsolventInnen-Tracking". Besonders stark nachgefragt sind demnach Personen, die ein Studium im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) abgeschlossen haben.

Für die Analyse wurden mehr als 43.000 Absolventen der größten österreichischen Universität herangezogen, die in den österreichischen Arbeitsmarkt eingestiegen sind. Als Beobachtungszeitraum wurden die zwölf Jahre zwischen 2003 und 2014 gewählt, analysiert wurden die ersten fünf Jahre der jeweiligen Erwerbskarriere auf Basis der Sozialversicherungsdaten.

Geringere Suchdauer

Generell sind im Vergleich zur allgemeinen Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent Akademiker mit vier Prozent seltener von Arbeitslosigkeit betroffen. Auch die Suchdauer ist geringer. Absolventen der Uni Wien suchen demnach im Median nur 2,9 Monate bis zum ersten Job. Bei Informatikern, Wirtschaftsinformatikern, Meteorologen, Geophysikern, Pharmazeuten und Statistikern dauert es sogar nur einen Monat bzw. kürzer bis zur ersten Stelle.

Mit fast eineinhalb Jahren ist die Dauer der Erstbeschäftigung gegenüber einer Vorgängerstudie dabei stabil geblieben. Zweieinhalb Jahre oder länger bleiben Meteorologen, Informatiker, Chemiker und Physiker ihrem ersten Arbeitgeber treu.

Mehr als zwei Drittel angestellt

Mehr als zwei Drittel der Absolventen befinden sich nach Studienabschluss in einem unselbstständigen Beschäftigungsverhältnis. Fünf Jahre nach dem Studienende ist dieser Anteil dann auf rund 90 Prozent angewachsen. Der Anteil der geringfügig Beschäftigten sank demgegenüber von 17 Prozent beim Abschluss auf drei Prozent fünf Jahre danach. Selbstständig sind fünf Prozent der Absolventen – am häufigsten Sportwissenschafter, Übersetzer und Dolmetscher.

Gehaltstechnisch erreichen die Absolventen ein Jahr nach ihrem Abschluss ein monatliches Medianeinkommen von knapp über 2.000 Euro brutto, das fünf Jahre danach auf knapp 2.900 Euro ansteigt. Verzerrt werden diese Daten allerdings durch Teilzeitbeschäftigungen, da das Ausmaß der Beschäftigung in den Hauptverbandsdaten nicht berücksichtigt ist.

Top-Verdiener: Pharmazeuten

Top-Verdiener sind Pharmazie-Absolventen: Sie kommen drei Jahre nach ihrem Abschluss auf ein monatliches Medianeinkommen von knapp 3.800 Euro brutto. Es folgen Absolventen der Chemie (rund 3.450 Euro), Informatik und Mathematik (je 3.400), Physik (3.500), Betriebswirtschaft (3.200) und Rechtswissenschaften (2.900). Nach fünf Jahren sieht es etwas anders aus: Dann liegen die Informatiker und Pharmazeuten ex aequo an der Spitze (3.800), gefolgt von den Betriebswirten (3.650), Physikern und Chemikern (je 3.550), Mathematikern (3.500) und Juristen (3.450).

Lehramts-Absolventen kommen nach fünf Jahren auf etwa 3.000 Euro im Monat, Theologen auf etwas über, Sozialwissenschafter auf etwas unter 2.500 Euro. Am unteren Ende finden sich die Geisteswissenschafter mit etwa 2.300 Euro.

Weibliche Absolventen suchen in der Regel länger nach einem Job und verdienen weniger. Grund dafür sind vor allem die Studienpräferenzen: Frauen studieren überdurchschnittlich häufiger jene Studienrichtungen, in denen die Job-Suchdauer nach dem Abschluss länger und das Einkommen geringer ist. (APA, 21.10.2016)

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