Huawei Mate 9 und Xiaomi Note 2: Neue Leaks zu Note-7-Alternativen

21. Oktober 2016, 11:53
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Vorstellungen für Ende Oktober und Anfang November erwartet – Doppelkameras und High-End-Spezifikationen

Samsungs Pläne für das Galaxy Note 7 sind buchstäblich in Rauch aufgegangen. Nach einem Rückruf wegen selbstentzündender Akkus und Problemen mit den Austauschgeräten hat der Konzern das Modell offiziell zu Grabe getragen. Das vor allem für ein großes Display, gute Kamera und Stifteingabe bekannte Gerät hinterlässt damit eine Lücke für die Konkurrenz. Laut Analysten könnte Das Note-Desaster alleine dem iPhone 7 zusätzlich 15 Millionen Verkäufe bescheren.

Es stehen aber auch zwei Geräte chinesischer Hersteller in den Startlöchern, die an die gleiche Zielgruppe wie das Samsung-Handy gerichtet sind: Huaweis Mate 9 und Xiaomis Note 2. Zu beiden gibt es nunmehr einige neue Informationen und Leaks.

Huawei stellt Kirin 960-Chip vor

Wohl kein Geheimnis mehr ist der Prozessor, der im Mate 9 stecken dürfte. Huawei hat offiziell den Kirin 960 vorgestellt, ein Chip der vom eigenen Subunternehmen HiSilicon entwickelt wurde. Er integriert aktuelle Designs von Technologie-Lieferant ARM.

Insgesamt acht Kerne werken auf der Platine in zwei Vierer-Verbünden. Vier Cortex-A73-Chips, die maximal mit 2,4 GHz takten, sollen anspruchsvolle Aufgaben bewältigen. Vier Cortex-A53-Cores mit maximal 1,8 GHz kümmern sich um Alltagsherausforderungen. Seinem Vorgänger, dem Kirin 950, soll der neue Chip in puncto Single-Core-Performance um zehn, unter Nutzung mehrerer Kerne um 18 Prozent überlegen sein.

Einen riesigen Sprung soll die Grafikperformance machen, die bislang eher zu den Schwachstellen der Kirin-Serie zählte. Hier setzt man auf eine Mali-G71-GPU mit acht Kernen und 900 MHz Rechentakt. Der erwartete Leistungszuwachs zum zuletzt verwendeten Mali T-880 soll 180 Prozent betragen, wie Anandtech zusammenfasst. Dazu wird gemunkelt, dass Samsung beim für das Frühjahr erwarteten Galaxy S8 den gleichen Grafikchip integrieren wird.

Spitzenmodell mit sechs GB RAM, 256 GB Speicher

Bildmaterial zum Mate 9 hat der bekannte Leaker Evan Blass (@evleaks) beigesteuert, dazu sind auch Abbildungen im chinesischen Weibo-Netzwerk aufgetaucht. Demnach plant Huawei, sein Gerät in zwei Varianten mit den Arbeitsnamen "Manhattan" und "Long Island" auf den Markt zu bringen. Zweitere Version soll sich durch ein beidseitig gekrümmtes Display, ähnlich der "Edge"-Varianten von Samsungs Spitzensmartphones und auch durch höhere Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) des 5,7-Zoll-Displays unterscheiden. Letzteres soll dazu dienen, die Anforderungen für Googles VR-Plattform Daydream zu erfüllen.

Dies würde wiederum bedeuten, dass das Mate 9 bereits mit Android 7 "Nougat" laufen wird. Was allerdings gegen den Zusammenhang spricht ist, dass laut Blass die "Long Island"-Variante zumindest auf absehbare Zeit dem chinesischen Markt vorbehalten bleibt. Das andere Modell sollte jedenfalls regulär über Onlinehändler, Ladengeschäfte und eventuell auch Telekomprovider in Europa erhältlich werden.

Vorstellung wohl am 3. November

9to5Google hat erste Preisangaben gesichtet. In China wird das Handy demnach je nach Ausstattung zwischen 3199 Yuan (derzeit etwa 434 Euro) und 4699 Yuan (rund 638 Euro) kosten. Das Spitzenmodell soll dabei in sechs Farbvarianten zu haben sein und mit sechs GB RAM und 256 GB Onboardspeicher aufwarten. An Bord sein soll auch eine Dualkamera, die wie schon das P9 mit einem Leica-Objektiv ausgestattet ist.

Allzu lange wird man auf offizielle Bestätigung oder Entkräftigung der Berichte wohl nicht mehr warten müssen. Huawei hat für den 3. November nämlich ein Event angesetzt, auf welchem mit der Vorstellung des Mate 9 zu rechnen ist.

Mi Note 2 mit Irisscanner und Dualkamera

Auch Xiaomi hat buchstäblich "Großes" vor. Phone Arena berichtet über geleakte Powerpoint-Folien zur Anstehenden Präsentation des Mi Note 2. Einstellen darf man sich demnach auf ein 5,7-Zoll-Display (AMOLED) mit 2.560 x 1.440 Pixel und Force Touch für eine weitere Bedienebene. Für ausreichend Rechenpower soll Qualcomms Snapdragon 821 mit Adreno 530-GPU sorgen, den man etwa auch in Googles Pixel-Smartphones findet.

Zwei in puncto Ausstattung unterschiedliche Modell sollen vorgestellt werden, eine mit vier GB RAM und 64 GB Speicher und eine mit sechs GB RAM und 128 GB Speicher. Auch hier soll es eine Dualkamera geben, die zwei Sony-Sensoren mit 23 und zwölf Megapixel kombiniert. Die Rede ist auch von einem ultraschallbasierten Fingerabdruckscanner, Iris-Scanner, NFC und einem schnellladefähigen 4.100-mAh-Akku.

Baldige Enthüllung

Auch Preise sind auf der Folie zu finden. Das Mi Note 2 mit etwas weniger RAM und Onboardspeicher soll für 2.799 Yuan (aktuell etwa 380 Euro), die besser ausgestattete Version für 2.999 Yuan (rund 407 Euro) verkauft werden.

Auch hier dürfte es bald Klarheit geben, denn auch Xiaomi hat eine Präsentation angekündigt. Diese soll am 25. Oktober stattfinden. Dass die Geräte offiziell auch im "Westen" verkauft werden, ist nicht zu erwarten, Interessenten werden wohl den Umweg über Importhändler gehen müssen.

Ein wichtiges Feature des Samsung Galaxy Note 7 decken aber weder das Xiaomi Mi Note 2 noch das Huawei Mate 9 ab: Beide Android-Smartphones bieten keinen Digitizer und unterstützen somit auch keine Stifteingabe. (gpi, 21.10.2016)

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