Kleines Wunder von Rom: Fink sah "unglaubliche" Austria

21. Oktober 2016, 10:48
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"Bonuspunkt" durch 3:3 gegen Roma, aber Freude von Almer-Verletzung getrübt – Nun zwei Heimspiele gegen Roma und Giurgiu

Rom – Dominik Prokop musste nach seinem ersten Pflichtspieltor im violetten Trikot "erst einmal eine Nacht drüber schlafen", Alexander Grünwald sah einen "unglaublichen Abend für jeden Austrianer". Nach dem nicht mehr möglich gehaltenen 3:3 bei der AS Roma strahlten die Austria-Kicker am Donnerstagabend um die Wette. Getrübt wurde die Freude durch die schwere Verletzung von Robert Almer.

Ein kleines Wunder

Einmal mehr lieferten die Wiener international eine Leistung ab, die ihnen im Vorfeld nicht wirklich zugetraut wurde. Dass beim Stand von 1:3 in der 69. Minute noch ein Punktgewinn herausschaute, überraschte sogar den Trainer. "Ich habe im Fußball viel erlebt, aber daran habe ich nicht mehr geglaubt", meinte Thorsten Fink. Der Deutsche sprach von einem kleinen Wunder und lobte den "unglaublichen Charakter" seiner Mannschaft.

Im Rennen um den Aufstieg in die K.-o.-Phase der Europa League steht die Austria plötzlich auch dank des 2:1 von Astra Giurgiu bei Viktoria Pilsen gut da. Wie die Roma halten die Favoritner bei fünf Zählern, Giurgiu (3) und Pilsen (2) folgen. Die Austria hat gegen den italienischen Gruppenfavoriten (3.11.) und die Rumänen (24.11.) nun zwei Heimspiele vor sich. "Wir müssen nun das Heimspiel gegen Giurgiu gewinnen, dann schaut es gut aus", meinte Grünwald. Für das Heimspiel gegen Roma sind 23.000 Tickets abgesetzt.

Die Duelle mit der Roma werden von den Austrianer weiter druckbefreit angesehen. Eine Herangehensweise, die sich schon in Italien bezahlt gemacht hat. "Wir haben gewusst, dass die Spiele gegen Rom Bonuspunkte sind. Wir nehmen aber gerne etwas mit", meinte der stark spielende Raphael Holzhauser.

Auswärts weiter ungeschlagen

Auswärts bleibt die Austria international nach zuvor vier Siegen in dieser Saison weiter ungeschlagen. Dabei sah es danach aus, als ob die Serie im weiten Stadio Olimpico ihr Ende findet. Nach Holzhausers Traumtor (16.) wendete Roma durch Stephan El Shaarawy (19., 33.) das Blatt. Alessandro Florenzi (69.) schlug nach einem weiteren Assist von Altstar Francesco Totti dann zum dritten Mal für die Hausherren zu. "Da haben sie geglaubt, sie haben das Ding gewonnen", vermutete Fink. Doch die junge Austria-Elf – der Altersschnitt lag nach Almers Ausfall bei unter 23 Jahren – hielt in dieser Phase dagegen.

"Auch wenn wir oft kritisiert werden, wir sind eine Mannschaft wo jeder für jeden kämpft", wollte Holzhauser betont wissen. Eiskalt agierten die Wiener bei ihren Chancen, dazu stachen auch Finks Joker. Der 19-jährige Prokop erzielte drei Minuten nach seiner Einwechslung das 2:3 (82.), Ismael Tajouri bereitet den Ausgleich durch Larry Kayode (84.) dann vor. Der Jubel bei der zahlreich mitgereisten Anhängerschaft kannte keine Grenzen.

Almers Verletzung trübt die Freude

Nur eines tat der Austria weh: Robert Almer verletzte sich nach etwas mehr als 20 Minuten bei einer Landung unglücklich und ohne Fremdeinwirkung schwer am rechten Knie. Dass das Kreuzband des 32-Jährigen gerissen ist, stand später fest. Die Saison dürfte für den Teamtorhüter zu Ende sein. Bereits vor fast exakt einem Jahr fiel Almer nach einer Kreuzbandverletzung im anderen Knie monatelang aus.

Fink hofft dennoch noch auf ein Comeback seines Kapitäns im Frühjahr. Das könnte sich schwierig gestalten. Auch im ÖFB-Team wird Almer in der WM-Qualifikation nicht zur Verfügung stehen. "Natürlich tut der Ausfall weh. Aber er wird sicher zurückkommen", sagte Grünwald. Der Mittelfeldmann rückt in Almers Abwesenheit zum Kapitän auf.

Spalletti: Austria "eiskalt"

Roma-Trainer Luciano Spalletti sah viele Unkonzentriertheiten seiner Elf im Finish. "Das Problem ist, wenn man gegen einen Gegner spielt, der nichts zu verlieren hat, zahlt man den Preis dafür, den einen Meter langsamer zu sein." Die Roma hätte keine schlechte Leistung geboten, die Austria "war zielsicher und eiskalt. Sie hat aus unseren Fehlern das Optimum herausgeholt." (APA, 21.10.2016)

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  • ... und der Jubel vor der Fankurve nach dem Spiel.
    foto: apa/hochmuth

    ... und der Jubel vor der Fankurve nach dem Spiel.

  • Thorsten Fink: "Ich habe im Fußball viel erlebt, aber daran habe ich nicht mehr geglaubt."
    foto: apa/hochmuth

    Thorsten Fink: "Ich habe im Fußball viel erlebt, aber daran habe ich nicht mehr geglaubt."

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