Was aus den Menschen auf Microsofts Foto von 1978 wurde

24. Oktober 2016, 10:45
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Der Konzern wurde 1975 gegründet, 1978 entstand das berühmte Foto mit den ersten Mitarbeitern

Elf Personen stellen sich für ein Foto zusammen – verhalten lächelnd, in typischen 70er-Jahre-Outfits und mit dazu passenden Föhnwellen. Das Foto wurde 1978 aufgenommen. Damals hat wohl keiner der darauf abgebildeten Personen geahnt, was aus ihrer Firma einmal werden sollte: Microsoft, einer der größten IT-Konzerne, der die Welt mit seinen Produkten veränderte. Am Donnerstag erreichte die Aktie des Konzerns einen neuen Rekord, der nun den Höchstkurs von 1999 übertroffen hat.

Auf dem Foto zu sehen sind Bill Gates, Paul Allen, Steve Wood, Bob Wallace, Jim Lane, Bob O'Rear, Bob Greenberg, Marc McDonald, Gordon Letwin, Andrea Lewis und Marla Wood. Was aus ihnen wurde, hat sich der "Business Insider" anlässlich des Aktienhöhenflugs nochmals angesehen.

Der Werdegang von Bill Gates dürfte vielen Leuten bekannt sein, immerhin ist er laut "Forbes" der reichste Mensch der Welt und engagiert sich für wohltätige Zwecke. Gates gründete das Unternehmen 1975 gemeinsam mit Paul Allen. Er war bis 1999 CEO von Microsoft, im Jänner 2000 wurde er von Steve Ballmer abgelöst. Danach fungierte er bei Microsoft noch als Chief Software Architect, bis er das Unternehmen 2008 schließlich verließ und sich voll auf seine Wohltätigkeitsorganisation konzentrierte, die er gemeinsam mit seiner Frau Melinda Gates führt. 2014 zog sich Gates auch aus dem Aufsichtsrat zurück.

Auch Paul Allen hat mit Microsoft ein Vermögen gemacht. Laut "Forbes" ist er auf Platz 40 der reichsten Personen der Welt. Er verließ den Konzern bereits 1983 und gründete danach die Investment- und Projekt-Management-Firma Vulcan und gleich mehrere wohltätige Organisationen und Forschungsinstitute. Außerdem ist er heute Besitzer der Basketball-Mannschaft Portland Trailblazers, des American-Football-Teams Seattle Seahawks und nennt eine der größten Yachten der Welt sein Eigen.

Andrea Lewis arbeitet bei Microsoft als technische Redakteurin. Sie schrieb die Dokumentationen zur Software des Konzerns. 1983 verließ sie den Konzern, um später als freiberufliche Journalistin und Romanautorin zu arbeiten. 1996 gründete sie gemeinsam mit weiteren Autoren das Literaturzentrum Hugo House in Seattle.

Bob O’Rear war Chefmathematiker bei Microsoft und sorgte dort unter anderem dafür, dass der Code von DOS auf IBM-Computern funktionierte. Davor war er bei der Nasa tätig. Wie viele der anderen verließ auch O’Rear den Konzern bereits 1983 und zog sich in seine Heimat Texas zurück, wo er bis heute eine Ranch betreibt.

Bob Greenberg arbeitete bei Microsoft an der Programmiersprache Basic. 1981 verließ er die Firma, um in seinem Familienbetrieb Coleco zu arbeiten. Coleco produzierte in den 1980ern die enorm populären "Cabbage Patch Kids"-Puppen. 2008, als die elf Microsoft-Veteranen zu einer Nachstellung des berühmten Fotos zusammenkamen, gab er an, an einer Golf-Software zu arbeiten.

Marc McDonald war der erste bezahlte Angestellte des Softwarekonzerns. Aber auch er verließ Microsoft schon Anfang der 1980er. Die Firma sei ihm zu groß geworden, so seine Begründung. Doch lange sollte er nicht von Microsoft getrennt bleiben. Nach seinem Weggang arbeite er unter anderem in einer Firma von Paul Allen. Danach wechselte er zur Designfirma Design Intelligence – diese wurde 2000 von Microsoft gekauft, und er kam zurück an Bord. 2011 verließ er den Konzern und arbeitet heute bei Thunder, einem Start-up für Marketing-Software.

Der Programmierer Gordon Letwin hielt es länger bei Microsoft aus. Er zog sich erst 1993 als Millionär zurück. Bei der Softwarefirma arbeite er unter anderem am NTFS-Dateisystem und dem Betriebssystem OS/2. Heute besitzt er eine Ranch in Arizona und engagiert sich für die Umwelt. Seine Frau, Rose Letwin, führt die von dem Ehepaar gegründet Wilburforce Foundation.

Die Buchhalterin Marla Wood verließ Microsoft 1980 wegen sexueller Diskriminierung und verklagte den Konzern. Sie erreichte eine Einigung und zog sich danach aus dem Berufsleben zurück. Auch ihr Mann Steve Wood verabschiedete sich 1980, um danach mit Paul Allen zusammenzuarbeiten. Er gründete mehrere Unternehmen und führt heute die Consulting-Firma Airnote.

Programmierer Bob Wallace gilt als Erfinder des Begriffs Shareware. Nach seinem Weggang von Microsoft gründete er unter anderem die Softwarefirma Quicksoft. Bekannt wurde er aber auch dafür, mit psychedelische Drogen zu experimentieren. Wallace verstarb im Jahr 2002.

Jim Lane war bis 1985 bei Microsoft als Projektmanager tätig und half dabei, die wichtige Zusammenarbeit mit Intel aufzubauen. Er soll den Konzern mit den Worten verlassen haben: "Microsoft hat den Enthusiasmus aus mir herausgeprügelt." Danach gründete auch er eine eigene Softwarefirma. (br, 24.10.2016)

  • Das berühmte Foto von 1978 – Microsofts erste Angestellte. Oberste Reihe von links: Steve Wood, Bob Wallace, Jim Lane. Mitte: Bob O' Rear, Bob Greenberg, Marc McDonald, Gordon Letwin. Unten: Bill Gates, Andrea Lewis, Marla Wood, Paul Allen.
    foto: microsoft

    Das berühmte Foto von 1978 – Microsofts erste Angestellte. Oberste Reihe von links: Steve Wood, Bob Wallace, Jim Lane. Mitte: Bob O' Rear, Bob Greenberg, Marc McDonald, Gordon Letwin. Unten: Bill Gates, Andrea Lewis, Marla Wood, Paul Allen.

  • Und ein Wiedersehen 2008. Änderungen zur Originalaufnahmen: Bob Wallace fehlt auf dem Foto, da er bereits 2002 verstarb. Dafür gesellte sich Miriam Lubow dazu, die bei Original-Aufnahme nicht anwesend war. Sie war Bill Gates erste Sekretärin und ging in die Konzerngeschichte als "Mama Microsoft" ein. Kurze Zeit nach der Aufnahme verstarb sie an Krebs.
    foto: microsoft

    Und ein Wiedersehen 2008. Änderungen zur Originalaufnahmen: Bob Wallace fehlt auf dem Foto, da er bereits 2002 verstarb. Dafür gesellte sich Miriam Lubow dazu, die bei Original-Aufnahme nicht anwesend war. Sie war Bill Gates erste Sekretärin und ging in die Konzerngeschichte als "Mama Microsoft" ein. Kurze Zeit nach der Aufnahme verstarb sie an Krebs.

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